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Zürcher Rabbi von deutschen Neonazis ermordet?

Waren die Zwickauer Terroristen auch in Zürich aktiv? Deutsche und Schweizer Ermittler prüfen dies.

Zürich am 20. Juni 2001: Jüdische Bewohner gedenken Rabbi Grünbaums, der zwei Wochen zuvor erschossen wurde.
Zürich am 20. Juni 2001: Jüdische Bewohner gedenken Rabbi Grünbaums, der zwei Wochen zuvor erschossen wurde.
Keystone

Das Verbrechen erregte weltweit Aufsehen: Im Sommer 2001 wurde Abraham Grünbaum, ein israelischer Rabbiner, beim Hallwylplatz im Zürcher Kreis 4 erschossen. Er war zu Fuss unterwegs gewesen in die Synagoge.

Ein rassistisches Motiv stand im Vordergrund, doch der Fall blieb ungeklärt. Dies könnte sich nun ändern. Ermittler prüfen gemäss TA-Recherchen, ob der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) auch hinter dem Zürcher Judenmord stecken könnte. Die rechtsextremen Terroristen aus Ostdeutschland, die sich zuletzt in Zwickau versteckt hielten, hatten über Jahre an mindestens zehn Orten in der ganzen Bundesrepublik gemordet. Nun könnte sich herausstellen, dass sie auch ausserhalb der Landesgrenzen ein Verbrechen begangen haben. Ihre Tatserie erhielte dadurch eine weitere grausame Dimension: Mit dem damals 70-jährigen Grünbaum hätten die Neonazis auch einen Juden auf dem Gewissen, der als Kind und Jugendlicher den Zweiten Weltkrieg erlebt hatte. Grünbaum, 1930 in Polen geboren, verbrachte die Kriegszeit in einem Arbeitslager in Sibirien. Danach gelangte er über Deutschland und Frankreich nach Israel.

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