Zug mit 1000 Passagieren gerät ausser Kontrolle

In Indien konnte ein beschädigter Zug erst nach 13 Kilometer Geisterfahrt gestoppt werden. Gegen sieben Bahnangestellte wird ermittelt.

Passanten an den Bahnhöfen rufen den Passagieren zu, die Notbremse zu ziehen. Video: Tamedia

Im indischen Staat Odisha geriet ein Zug ausser Kontrolle, weil offenbar die mit dem Motor verbundenen Bremsen beschädigt wurden, wie die britische Zeitung «Metro» berichtet. Der Zug mit über 1000 Passagieren an Bord konnte erst nach rund 13 Kilometer Geisterfahrt zum Stillstand gebracht werden, indem das Bahnpersonal die Schienen mit Steinen blockierte.

In Videos ist der an Bahnhöfen vorbeibrausende Zug zu sehen. Passanten rufen den Passagieren zu, sie sollten die Notremse ziehen. Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend. Laut dem regionalen Eisenbahnministerium wurde keiner der Passagiere verletzt.

Ermittlungen ergaben, dass der Schaden entstanden ist, weil beim Abhängen einiger Wagen auf der Strecke nach Osisha unsauber gearbeitet wurde. Gegen sieben an dem Prozess beteiligte Bahnangestellte wurden Ermittlungen eingeleitet. «Es hätte ‹grauenhaft› enden können», sagte ein Sprecher der Bahn gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Er fügte hinzu, dass «wahrscheinlich Köpfe rollen» werden.

Täglich pendeln in Indien über 22 Millionen Passagiere in rund 9000 Zügen. Aufgrund des veralteten, zu grossen Teilen noch aus der Kolonialzeit stammenden Schienennetzes kommt es immer wieder zu Unfällen. Laut einem Regierungsbericht von 2012 fordern Zugunglücke in Indien jährlich fast 15'000 Todesopfer.

chi

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt