Zum Hauptinhalt springen

Kenias Paradestrecke: die 3000 m Steeple

Von der Dominanz des ostafrikanischen Landes auf der Bahn mit den Wassergraben.

Es gibt keine andere Leichtathletik-Disziplin, die so sehr von einem einzigen Land dominiert wird wie die 3000 m Steeple. Die siebeneinhalb Bahnrunden mit den 28 Hindernissen und sieben Wassergraben-Überquerungen sind fest in kenianischer Hand.

Seit den Olympischen Spielen 1968 in der Höhe von Mexico City gewannen die Kenianer jedes Mal die Goldmedaille, wenn sie denn auch am Start waren, und das war acht Mal der Fall. In Montreal 1976 und Moskau 1980 gehörte Kenia zu den boykottierenden Ländern. Die Liste der kenianischen Goldmedaillengewinner beginnt mit Amos Biwott und geht weiter mit dem berühmten Kipchoge Keino (1972), der insgesamt vier Olympiamedaillen gewann und heute Präsident des nationalen olympischen Komitees ist. Nach Keino folgten Julius Korir (1984), Julius Kariuki (1988), Matthew Birir (1992), Joseph Keter (1996), Reuben Kosgei (2000) und Ezekiel Kemboi (2004).

Auf die Frage, warum die Kenianer die 3000 m Steeple so dominieren, sagte Patrick Sang, 1992 selbst Silbermedaillengewinner, einmal: «Das Laufen über die Hindernisse liegt in unserem Blut. Das Überspringen von Zäunen und anderen Hindernissen machen praktisch alle Knaben tagtäglich auf dem Schulweg, wenn sie Abkürzungen nehmen. Zudem haben die 3000 m Steeple in Kenia eine grosse Tradition. Das ist die Disziplin, die seit jeher uns gehört.» Die meisten Jugendlichen wollen in Kenia Steepleläufer werden, obwohl hier die Konkurrenz am grössten ist.

Ezekiel Kemboi, Brimin Kipruto und Paul Kipsiele Koech gelang vor vier Jahren in Athen sogar ein «clean sweep». Alle drei waren auch dieses Jahr im Aufgebot, aber Kenias Selektionäre, die immer wieder für Überraschungen gut sind, zogen den Drittplatzierten der Trials, den wenig bekannten Richard Matelong, am Schluss dem Jahresbesten Koech vor. Der Sieg wird ihnen wohl so oder so nicht zu nehmen sein. Umso mehr, als Weltrekordinhaber Saif Saaeed Shaheen ein weiteres Mal nur zu Hause in Eldoret vor der TV-Kiste sitzen kann. Vor vier Jahren scheiterte Shaheens Olympiateilnahme am Veto der Kenianer, weil er ein Jahr zuvor seinen kenianischen Pass mit dem von Katar eingetauscht hatte (und dabei von Cherono zu Shaheen wurde); diesmal kam er nach einer langen Verletzungsserie nicht rechtzeitig in Form. So wird Kenia nach dem Final heute Nachmittag höchstwahrscheinlich seit 40 Jahren ungeschlagen sein. Und wer weiss. Vielleicht gelingt ihnen sogar ein weiterer Dreifachsieg, wie den jamaikanischen Sprinterinnen gestern.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch