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Das wohltätige Turnidol aus China

Turn-Ikone Yang Wei versteigert seine Silbermedaille zu Gunsten der Überschwemmungsopfer von Sichuan.

Yang Wei, schon 2000 Mannschafts-Olympiasieger, hat am Dienstag im Barren-Final noch eine Gelegenheit, mit einer dritten Goldmedaille der chinesische Superstar der Spiele zu werden. Zwei, drei kleine Unsauberkeiten kosteten Yang Wei den Sieg an den Ringen, obwohl er drei Zehntel schwieriger (Ausgangswert 7,5!) turnte als Cheng Yibing, der aktuelle Weltmeister. Yeng Yibing schraubte nach Yang Weis Auftritt unverzüglich den Schwierigkeitsgrad runter und übertraf diesen dank makelloser Ausführung. «Yibing hätte auch die schwierigere Übung perfekt turnen können, wenn es nötig gewesen wäre», meinte der Teamleader: «Ich werde nun meine Silbermedaille versteigern und den Erlös den Überschwemmungsopfern von Sichuan zukommen lassen.» Dort waren zwei Monate vor den Olympischen Spielen gegen 100'000 Personen in den Fluten umgekommen.

Komplizierte Zahlenspiele

Die beiden anderen Finals wurden bei punktgleichem Ausgang durch ein Tie-Break entschieden. Das ist ein arithmetisches Zahlenspiel, das kaum jemand versteht. Statt vier kommen die drei besten Noten in die Wertung. Die höchste und tiefste werden zuvor gestrichen. So gewann am Stufenbarren He Kexin (von der immer noch viele Experten glauben, sie sei erst 14 statt 16) das Duell gegen Nastia Liukin (USA). Die Mehrkampf-Olympiasiegerin hat nun ihren Vater egalisiert, der für die frühere Sowjetunion ebenfalls vier Olympia- Medaillen errungen hat. In 11 Wettkämpfen haben die Chinesen nur viermal der Konkurrenz Gold überlassen.

Die Rekordnoten vom Teamwettkampf, 16,80 und 16,85, wurden nicht mehr ganz erreicht. He Kexin und Liukin mussten sich mit je 17,725 «begnügen». Aber die Schwierigkeitswerte sind inzwischen auf unglaubliche 7,7 (für alle Medaillengewinnerinnen) gestiegen, für die viertplatzierte Britin Beth Tweddle, die einst vom Schweizer Nationaltrainer Zoltan Jordanov trainiert wurde, sogar auf 7,8. Als man vor drei Jahren das neue Wertungsreglement kreiierte, ging man von einem Maximum von 7,0 aus.

Pole gewinnt im Pferdsprung

Auch im Pferdsprung fiel die Entscheidung durch «Tie-Break» zugunsten des Polen Leszek Blanik (und gegen den Franzosen Thomas Bouhail). Blanik, ein alter Rivale von Dieter Rehm, des zweifachen Olympia-Finalisten von Sydney 2000, gewann nach einem EM- und einem WM-Titel (2007) im Alter von 31 Jahren nun auch den wichtigsten aller Wettkämpfe. Er profitierte von einem Sturz des sechsfachen rumänischen Weltmeisters Marian Dragulescu, der nach dem ersten Sprung noch wie der sichere Sieger ausgesehen hatte.

(si)

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