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Der Olympia-Gastgeber im Goldfieber

Sechs Wettkampftage vor dem Ende der 29. Olympischen Spiele hat die chinesische Delegation bereits 39 Goldmedaillen auf dem Konto. Damit sind sie kurz vor ihrem Ziel.

Diesem (heimlichen) grossen Ziel, Platz 1 in der Nationenwertung, rücken sie Stück für Stück näher. Wer am Montag Abend in China die Berichterstattung des nationalen Fernsehsenders CCTV wählte, musste sich sputen, um keine lokalen Highlights zu verpassen. Kurz nach 21 Uhr wurde auf Kanal 1 (von insgesamt 15) die Siegerehrung mit Trampolin-Championne He Wenna gezeigt, wenige Sekunden später verwerteten auf Kanal 5 Wang Liqin/Wang Hao den Matchball zum landesweit erwarteten Mannschafts- Gold im Tischtennis. Solche Szenen haben keinen Seltenheitswert, die Chinesen sind bisher die grossen Dominatoren der Heimspiele, die rote Flagge mit dem grossen und den vier kleineren Sternen ist schon 39 Mal gehisst worden, hinzu kommen noch je 14 Mal Silber und Bronze. Ihr erstes Ziel, die Steigerung gegenüber den bisher erfolgreichsten Spielen, jenen in Griechenland, haben die Chinesen damit schon deutlich erreicht, an der Geburtsstätte der Olympischen Spiele der Neuzeit standen sie am Schluss mit 32 Gold, 17 Silber und 14 Bronze zu Buche.

Medaillengaranten in der ersten Hälfte

Die Begeisterung im Land ist generell riesig, allein die drei ersten Spiele des Frauen-Volleyballteams wurden gemäss offizieller Statistik von 650 Millionen Fans am Fernsehen gesehen, Yao Ming und seine Basketball-Kumpane lockten bei ihren drei Auftritten immerhin 526 Millionen Fans vor die Flimmerkiste. Das ganze Land fiebert mit den Sportstars mit. Und bereits wird da und dort von 60 Goldmedaillen als Ziel gesprochen. Cui Dalin, der stellvertretende Missionschef, glaubt aber nicht daran, dass die Pace hochgehalten werden kann: «Wir haben in der ersten Hälfte der Spiele so viele Sportarten, in denen wir stark sind. Jetzt werden wir nachlassen.» Tatsächlich sind viele der mediallenträchtigsten Sportarten schon beendet, mit den erhofften grossen Erfolgen für China. Extrem war die Dominanz im Gewichtheben mit acht von neun möglichen goldenen Auszeichnungen für den Gastgeber. Im Turnen stehen einen Tag vor Wettkampfende sieben Goldmedaillen auf der Habenliste, fünf Mal Gold gab es im Schiessen, je drei Mal im Badminton und Judo. In der Hauptsportart der zweiten Woche, der Leichtathletik, ist China hingegen nicht so stark, Chance auf weiteren Zuwachs gibt es in erster Linie in den restlichen Tischtennis-Konkurrenzen, im Trampolin und im Taekwondo.

Klarer Vorsprung vor den USA

Mit riesigem Abstand - mit total 22 Goldmedaillen - folgen die Amerikaner auf Platz 2. Noch in Athen hatte das US-Team die Nationenwertung mit 35 goldenen Auszeichnungen für sich entschieden - wie seit Atlanta immer an den Sommerspielen, allerdings vor allem wegen des Versagens der chinesischen Turner-Riege. Nun scheint ein erneutes Vorrücken auf Platz 1 für die Amerikaner zumindest unwahrscheinlich, obwohl die USA gerade in der Leichtathletik noch einige Trümpfe ausspielen können. Zumindest offiziell ist dies für China kein Ziel, wie Cui sagte: «Wir haben nie daran gedacht, jemanden in der Medaillenwertung zu überholen.»

(si)

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