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Schweizer Reiter Vierte - Gold für die USA

Die Schweizer Springreiter haben die günstige Ausgangslage nicht nutzen können und die olympische Nationenwertung im undankbaren 4. Rang abgeschlossen.

Die US-Equipe kam im nordamerikanischen Duell, der ersten Barrage um Gold in der Olympia-Geschichte, dreimal ohne Fehler durch. Den nach dem Ausfall von Mac Cone nur zu dritt angetretenen Kanadiern blieb Silber. Sie konnten 40 Jahre nach dem bisher einzigen Olympiasieg in Mexiko nicht zum ganz grossen und unerwarteten Wurf ausholen. Jill Henselwood scheiterte mit Special Ed an der Mauer, dem zweiten Hindernis des Stechens, und ermöglichte den USA ihren Gold-Triumph von Athen nach der Disqualifikation von Ludger Beerbaum zu wiederholen. Immerhin bedeutete dies für Ian Millar (61) bei seiner neunten Olympia-Teilnahme (Rekord) den ersten Medaillengewinn.

Refus von No Mercy und Nobless

Zusammen mit den USA war die Equipe von Rolf Grass aus der Pole-Position nach dem ersten Nationenpreis-Umgang in die zweite, entscheidende Runde in Hongkong gestartet. Doch schon der Auftakt missriet. Christina Liebherr kam nach vier Abwürfen und einer Verweigerung mit dem unkontrollierbaren und heftigen No Mercy auf 23 Punkte und lieferte das Streichresultat. Als auch noch Pius Schwizers Nobless vor dem fünften Sprung verweigerte, schien ein Absturz bevorzustehen. Doch der nervenstarke Luzerner rappelte sich in Weltklassemanier auf, kam fehlerlos über sämtliche Klippen und totalisierte mit einem leichten Zeitzuschlag fünf Punkte. Niklaus Schurtenberger verschätzte sich mit seinem mächtigen Schimmel Cantus zweimal (8 Punkte) und sprach danach von einer Enttäuschung. «Ich machte auf den Oxer nach der zweiten Zweier-Kombination zu viel Druck. Es war ein klarer Reiterfehler. Er machte mich für einen Moment unsicher», befand der Berner. Schlussreiter Steve Guerdat hätte ohne Makel über die 13 Hindernisse mit 16 Efforts flitzen müssen, aber der Jurassier verzeichnete trotz äusserst kontrollierter Reitweise mit der Franzosen-Stute Jalisca Solier wie im ersten Umgang am Sonntag einen Wasserfehler. Das bedeutede das Ende aller Medaillenhoffnungen.

Vom Pech verfolgt

«Mir tut das Team leid. Eine Medaille hätte diese Mannschaft verdient. Wir stellten ein solides und starkes Team und waren am entscheidenden Tag nicht vom Glück begünstigt. Die Saat hatten wir gesät, die Ernte konnten wir nicht einfahren», fasste der enttäuschte Teamchef Rolf Grass zusammen, verschwieg aber nicht, trotzdem die richtigen und derzeit besten verfügbaren Paare selektioniert zu haben. Es war für die Schweizer, die sich gegenüber Athen vor vier Jahren um einen Rang verbesserten, ein schwacher Trost, namhafte Gegner hinter sich gelassen zu haben. Gold-Favorit Deutschland, das falsch taktiert und dem Erwartungsdruck nicht standgehalten hatte, klassierte sich punktgleich mit Welt- und Europameister Holland vier Punkte hinter der Schweiz gemeinsam im fünften Rang.

Drei Schweizer im Einzelfinal

In der Einzelentscheidung der besten 35 Reiter am Donnerstag ist die Schweiz mit Steve Guerdat (13. nach den drei Qualifikationsprüfungen), Niklaus Schurtenberger (14.) und Pius Schwizer (15.) vertreten. Christina Liebherr ist nach ihrer unglücklichen Vorstellung als 38. ausgeschieden. Der vierfache Olympiasieger Ludger Beerbaum ist mit All Inclusive als 33. gerade noch dabei. Das Bestresultat lieferte überraschend der Norweger Tony André Hansen mit Camiro vor Weltmeister Jos Lansink (Be) mit dem wieder genesenen Schimmel-Hengst Cumano.

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