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Ruhiger Demo-NachmittagPolizei verhindert mit Grossaufgebot Konfrontation

Am Samstag demonstrierten auf dem Bundesplatz erneut Lockdown-Gegner. Gegendemonstranten versuchten die Veranstaltung mehrfach zu stören – erfolglos.

Die Lockdown-Demo stand den ganzen Nachmittag unter Polizeischutz.
Die Lockdown-Demo stand den ganzen Nachmittag unter Polizeischutz.
Jürg Spori
Die Polizei blockiert die Gegendemonstration – und mitten drin Passanten.
Die Polizei blockiert die Gegendemonstration – und mitten drin Passanten.
Jürg Spori
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Als sich die Polizeigrenadiere am Rande des Bundesplatzes in Position bringen, verkaufen die Marktleute auf dem Bärenplatz noch immer Gemüse, Blumen und Crêpes. Eine Gruppe junger Frauen, die sich als Schlümpfe verkleidet haben, stimmen sich auf ihren Poltertag ein. Touristen schlendern Glace schleckend an den Absperrgittern vorbei. Willkommen bei der fast schon wöchentlichen Anti-Lockdown-Demo in Bern.

Und doch: An diesem Samstagnachmittag standen die Vorzeichen etwas anders als bei den bisherigen Kundgebungen. Nicht nur hatten die Lockdowngegner dieses Mal eine Bewilligung eingeholt – namentlich eine Vereinigung namens «Bürgerforum Schweiz» um den ehemaligen Zürcher SVP-Gemeinderat Daniel Regli.

Polizei riegelte Bundesplatz ab

Gleichzeitig kündigten linke Kreise zudem eine Gegendemonstration an, um gegenüber den «verschwörungsideologischen rechten Gruppen» einen Kontrapunkt zu setzen, wie die Gruppe im Vorfeld auf Twitter bekannt gegeben hatte. Dazu war seitens der Anarchistischen Gruppe Bern auf dem Vorplatz der Reitschule auch noch eine Velodemo geplant.

Dass diese Konstellation ein gewisses Konfliktpotenzial bergen könnte, war sich auch die Polizei bewusst. Sie riegelte bereits um 13 Uhr und damit über eine Stunde vor dem Beginn der Anti-Lockdown-Demo den Bundesplatz ab. Nicht nur umzäunte sie den Platz mit Absperrgittern. Auch in sämtlichen Gassen, die zum Platz führen, versperrten Polizisten in Vollmontur den Zugang.

Maximal 200 Teilnehmer

Wer mit den Lockdown-Gegnern auf dem Bundesplatz mitdemonstrieren wollte, musste an einer Art Eingangskontrolle vorbei: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer wurde in Rahmen des Schutzkonzepts namentlich erfasst, damit bei einer allfälligen Corona-Ansteckung die Rückverfolgung gewährleistet wäre.

Die Fläche des Bundesplatzes war zudem in drei Sektoren unterteilt worden. Dies, damit sich die Teilnehmenden in drei Grossgruppen à maximal 300 Personen aufteilen können und die Zahl der total erlaubten 900 Teilnehmenden nicht überschreiten. Diese Einschränkung hatten die Stadtberner Behörden zuvor gemacht, weil die Veranstalter keine Masken tragen wollten.

Wie sich rasch zeigte, wären die drei Sektoren jedoch gar nicht erst nötig gewesen. Denn: Am Anti-Lockdown-Anlass, an dem unter anderen der Satiriker Andreas Thiel oder der «Zeitpunkt»-Herausgeber Christoph Pfluger auf der Bühne auftraten, nahmen insgesamt nicht mehr als 200 Personen teil.

Störversuche der Antifa scheiterten

Sie alle dürften während der verschiedenen Auftritte von Rednern und Musikern kaum mitbekommen haben, dass Gegendemonstranten immer wieder versuchten, ihren Anlass zu stören. So tauchte nach etwa 45 Minuten erstmals ein Antifa-Zug in der Schauplatzgasse auf und zog skandierend in Richtung Bundesplatz. Die Polizei stellte sich den Gegendemonstranten jedoch schon früh in den Weg und zwang sie zum Rückzug.

Das Katz-und-Maus-Spiel wiederholte sich anschliessend noch mehrere Male. Einmal versuchten die Teilnehmer der unbewilligten Gegendemo, via Spitalgasse und Bärenplatz zum Bundesplatz zu gelangen, dann via Bundesgasse und schliesslich auch noch von der anderen Seite über die Kochergasse. Jedes Mal drängte die Polizei die teils vermummten Demonstranten jedoch frühzeitig zurück und verhinderte so eine Konfrontation.

Keine Festnahmen

«Wir wollten ein Aufeinandertreffen der verschiedenen Gruppierungen vermeiden, und das ist uns auch gelungen», bilanzierte die Medienstelle der Kantonspolizei Bern den Demo-Nachmittag, der um vier Uhr beendet war. Die Gegendemonstranten hatten sich dann längst in den Bereich Schützenmatte zurückgezogen, die Lockdown-Gegner machten sich ihrerseits auf den Heimweg. Die dritte angekündigte Kundgebung fand zudem gar nicht erst statt. Gemäss Polizei kam es am ganzen Demo-Nachmittag zu keinerlei Festnahmen.

3 Kommentare
    Elsi Reimann

    Ihr Artikel ist eine Aufzählung der Geschehnisse auf dem Bundesplatz und was sich daneben noch abgespielt hat. Leider vermitteln Sie wie immer keine Inhalte. Dank der Antifa und den "Verschwörungstheoretikern" muss man nicht über die Anliegen reden. Es ging darum, dass der Bundesrat unserer Grundrechte für längere Zeit aufheben will und dies eine Gefahr ist, für unsere Demokratie. Dies wäre doch eine Tatsache über die man durchaus diskutieren könnte...