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Knappe NiederlagePunnenovs’ grosser Abend ist vergeblich

Die Langnauer sind erneut lange praktisch chancenlos in Davos, verlieren dieses Mal aber nur 1:3 und sind am Ende gar nahe am Punktgewinn.

Permanent beschäftigt: Langnaus Goalie Ivars Punnenovs stoppt den Davoser Stürmer David Ullström.
Permanent beschäftigt: Langnaus Goalie Ivars Punnenovs stoppt den Davoser Stürmer David Ullström.
Fotos: Jürgen Staiger (Keystone)

Darauf hatte über 40 Minuten lang wenig gedeutet. Doch plötzlich waren es die Langnauer, die angriffen, zu Chancen kamen, den Pfosten trafen, ganz nahe am 2:2-Ausgleich waren. Vor allem Captain Pascal Berger, der 42 Sekunden vor Schluss frei stehend zum Schuss vor HCD-Goalie Sandro Aeschlimann kam. Doch am Ende reicht es nicht, Aaron Palushaj traf ins leere Tor zum 3:1. Ein Langnauer Punktgewinn wäre angesichts des ganzen Spiels trotz kämpferisch einwandfreier Leistung glückhaft gewesen.

Immerhin kam es nicht wie schon mal diese Saison. Der letzte Auftritt in Davos vor exakt einem Monat, er hatte mit diesem schlimmen 2:9 geendet, bei dem Langnau bereits nach dem Startdrittel 1:6 zurücklag. Es gab die Parallelen zu jenem Abend im Januar, die Phasen der Überforderung, die dominanten Shifts eines in Spiellaune auftretenden Gegners. Und es gab erneut den guten Tigers-Beginn. Beim 2:9 waren sie 1:0 in Führung gegangen, diesmal belohnten sie sich nicht für eine ordentliche Startphase.

Die Tigers lagen nach elf Minuten 0:2 zurück und kassierten Tore auf eine Art und Weise, die sich ein Aussenseiter nicht erlauben darf. Der HC Davos kam zu Schuss und folglich Tor in Langnaus Slot, weil er mehr Durchsetzungswillen zeigte. Den Haarausfall von Trainer Rikard Franzén beschleunigen dürfte vor allem das 1:0, weil sein Team in der eigenen Zone alles im Griff zu haben schien, zu fünft richtig stand und gegen nur drei angreifende Davoser dennoch ein simples Gegentor ohne Gegenwehr zuliess.

Das frühe Time-out im Mitteldrittel

Es war ein erster Moment, als Erinnerungen an die Klatsche vom Januar aufkamen, es sollten weitere folgen. Doch zunächst reagierten die Tigers, eine Minute später hatten sie nach einem Vorzeige-Powerplay-Tor mit Passstafetten, Weitschuss und Ablenker zum 2:1 verkürzt.

Brachte das Mut für eine Wende? Nein, es kam ein Mitteldrittel, das extremer nicht hätte sein können. Davos schnürte den Gegner ein, traf den Pfosten, dann die Latte, dann spürte auch Franzén: Das kommt nicht gut. Er nahm sein Time-out nach nur vier Minuten. Es änderte sich: nichts.

Hier wird Ivars Punnenovs für einmal bezwungen: Marc Wieser trifft im Powerplay zum 2:0.
Hier wird Ivars Punnenovs für einmal bezwungen: Marc Wieser trifft im Powerplay zum 2:0.

Es folgten denkwürdige Sekunden und Minuten, in denen die Langnauer Linie um Topskorer Maxwell einfach nicht mehr vom Eis kam und in die eigene Zone gedrängt kaum mal in Puckbesitz kam. Mit übersäuerten Beinen produzierten die Langnauer verzweifelt Icing um Icing. Dank verspielten Davosern, viel Glück, Kampf, Krampf und einem glänzenden Goalie Ivars Punnenovs retteten die Tigers dieses 1:2 in die zweite Pause. Um ein Haar wäre das am Ende einen Punktgewinn wert gewesen.

Weitere Spiele

Servette gegen Zug war eine enge Angelegenheit. Jan Kovar (12.), Dario Simion (31.) und Carl Klingberg (32.9 trafen für die Gäste, Simon LeCoultre im Powerplay (16.), Noah Rod (24.) und Tyler Moy (39.) für die Genfer. Nach dem 3:3 in der regulären Spielzeit ging es in die Verlängerung. In dieser schoss Lino Martschini die Zuger in der 63. Minute zum 4:3-Sieg.

Die Partie zwischen Biel und Lausanner war klarer. Tim Bozon erzielte für die Gäste nach sechs Minuten das 1:0. Toni Rajala schoss nach 17 Minuten in Überzahl den Ausgleich für die Bieler. Cory Emmerton (37.), Christoph Bertschy (59./ins leere Tor) und Joël Genazzi im Powerplay (60.) stellten den Auswärtssieg für Lausanne sicher. (heg)

1 Kommentar
    Reto Reusser

    Hätten Punnenovs und Stettler dieselbe Mentalität wie Captain Berger (wir sind einfach zu schlecht!!), dann wäre die Torstatistik wirklich katastrophal! Berger ist beim Time-Out als Franzen noch zur Mannschaft sprach einfach davongelaufen. Ich bin gar nicht sicher, ob mit einer solchen Einstellung unter einem neuen Trainer etwas Gutes aufgebaut werden kann. Ja vorne macht man zu wenig druck, ja Nillson ist unscheinbar, das hat aber auch mit dem Team und somit dem Captain zu tun! Schockiert war ich auch darüber, dass das ganze Interview mit Spielervertreter Hiller am pay-TV OHNE Ton gezeigt wurde. Der Zuschauer wurde mit Musik aus London (Firmensitz von UPC-Sport) berieselt. Das zeigt die Arroganz der "NEUEN" Liga. Schade, schade um all die guten Jahre(zehnte) CH-Eishockey. Der Erfolg machte gierig, es fehlt an Rückgrat, Einstellung, Teamgeist, regionaler Verbundenheit und innerhalb weniger Jahre brach alles auseinander. Das ist knapp zusammengefasst die Geschichte des FC-Basel. Ich hoffe, dass Mark Streit in Bern klüger operieren wird als Marco Streller in Basel. Hiller kann man nur danken für seinen Einsatz. Hiller hat es unterlassen sich als Aktionär bei Biel zu engagieren, sondern sich für die Interessen der Spieler und auch der ganzen Liga eingesetzt. Das nenne ich GROSS.