Rampenlicht und Schatten

Die Berner Handballer überzeugen am Yellow-Cup nicht uneingeschränkt.

Zu Gast im «Sportpanorama»: Nikola Portner. Foto: Screenshot Tamedia

Zu Gast im «Sportpanorama»: Nikola Portner. Foto: Screenshot Tamedia

Adrian Horn

Verwirrung herrscht. In Winterthur läuft die Siegerehrung, die Schweiz wird ausgezeichnet, sie hat den Yellow-Cup auf Rang 2 beendet. Die Spieler stehen in einer Reihe, und alle warten darauf, dass der Captain nach vorn tritt und den Preis abholt.

Aber der Captain – er hat das Feld verlassen. Torwart Nikola Portner, in Abwesenheit von Luka Maros und Andy Schmid Leader der Auswahl, steht bereits unter der Dusche. Es eilt. Der Berner ist zu Gast im «Sportpanorama», und dieses beginnt in einer Stunde.

Die Sendung am Sonntagabend ist unverändert Fixpunkt in der Sportberichterstattung hierzulande, ein beliebtes Gefäss, in dem das Schweizer Fernsehen die Grossen einzuladen pflegt, die Athleten, welche über die entsprechende Szene hinaus interessieren. Portner also hat es geschafft.

Der Champions-League-Sieger etablierte sich als zweites Aushängeschild des hiesigen Handballs neben Schmid, dem fünfmaligen MVP der Bundesliga. Der Auftritt des 25-Jährigen gerät sympathisch, nach verhaltenem Beginn erzählt er einige amüsante Episoden, etwa jene über seine Anfänge als Keeper, als sein Vater mit voller Wucht auf das vom Kind gehütete Tor warf. Er erwähnt den BSV Bern, seinen ersten grossen Club, und verrät, dass sich seine Ehefrau mitunter ärgere, wenn er mal wieder auf dem Handy die neusten Sportnachrichten lese.

Rubins starker Auftritt

Dem Schlussmann gelangen am Traditionsturnier gute, aber keine überragenden Leistungen. In der dritten Partie wurde er kurz vor der Pause aus- und auf den zweiten Umgang hin wieder eingewechselt. Wacker-Thun-Keeper Marc Winkler hatte die sich ihm gebotene Chance nicht nutzen können; der im Club oft gross aufspielende Routinier setzte während der fünf Minuten Einsatzzeit keine Akzente, litt dabei darunter, dass die Deckung zu jenem Zeitpunkt nicht funktionierte.

Die vom Oberaargauer Samuel Röthlisberger angeführte Defensive steigerte sich in der zweiten Hälfte und trug dazu bei, dass die Gastgeber nun weit kompetitiver waren, den Rückstand auf WM-Teilnehmer Tunesien zusehends verkürzten und nach grosser Differenz bloss 28:30 verloren. Winklers Vereinskollege Stefan Huwyler hatte nach überzeugendem Start wie die Mitstreiter Probleme bekundet und musste Philip Novak weichen, einem Debütanten, nachdem er in der Begegnung vom Samstag im Anschluss an eine starke Vorstellung wegen zu vieler 2-Minuten-Strafen vom Platz gestellt worden war.

Bester Schweizer war der in der Bundesliga engagierte Berner Oberländer Lenny Rubin, der vier Treffer erzielte und viele weitere vorbereitete. Wacker-Spieler Nicolas Raemy verzeichnete bei seinem Comeback in der Landesauswahl gute und weniger gute Aktionen, er agierte am Sonntag vorübergehend glücklos, vermochte sich aber sehr wohl in Szene zu setzen, wenngleich er weniger Einfluss hatte, als er dies aus dem Club gewohnt ist. Mit der langjährigen Thun-Schlüsselkraft Lukas von Deschwanden (verletzt) und dem Stadtberner Alen Milosevic (geschont) fehlten neben Schmid weitere wichtige Figuren.

Hier geht es zum Sportpanorama-Beitrag.

Berner Zeitung

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