Oberland

«Wir haben da oben so richtig viel Schnee»

OberlandDie zwölf Oberländer SAC-Hütten mit Winterbetrieb sind alle offen. Der Gästeaufmarsch hielt sich aber bisher fast überall in Grenzen.

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«Wir haben die Hütte gefunden und ausgegraben.» Dies die Nachricht von Hüttenwart Artur Naue, nachdem er mit seiner Familie Anfang März den meterhoch verschneiten Eingang zur Trifthütte freigebuddelt hatte. «Wir haben da oben so richtig viel Schnee.» Das Graben von Zugangstunneln war denn auch die grösste Herausforderung der ersten Tage; und der zweijährige Sohn Leo langte kräftig zu. Die Anzahl der Besucher hielt sich bisher in engen Grenzen. Von Pfingsten bis zum 9. Juni wird Artur Naue mit Partnerin Nicole Müller und ihren beiden kleinen Söhnen eine Hüttenpause einlegen.

In der benachbarten Tierberglihütte hagelte es seit der Öffnung am 14. März Absagen. Hüttenwartin Gisela Teuscher glaubt aber an eine baldige Wetterbesserung; «und dann werden die riesigen Schneemassen ein wahrer Segen sein für die Skitourensaison und auch für den Gletscher selbst».

Ihre achte und letzte Skitourensaison absolviert seit Mitte März Erna Schuler in der Bächlitalhütte: «Die Ostertage waren schon mal ein Nuller. Allein für Karfreitagnacht musste ich die Reservationsstornierung von 60 Personen notieren.» Trotzdem will Schuler bis Ende Mai durchziehen, ehe am 1. Juni ihre Nachfolger, das Zürcher Ehepaar Esther und Bernhard Bitschnau, die Hütte übernehmen werden.

Nie so schlecht in 25 Jahren

Die auf Walliser Kantonsgebiet stehende Lämmerenhütte über dem Gemmipass ist schon seit zwei Monaten offen. Des unbeständigen Wetters wegen gab es allerdings auch hier viele Stor­nierungen. «Es wird wohl der schlechteste Winter, seitdem wir vor 25 Jahren da oben angefangen haben», befürchtet Hüttenwartin Barbara Wäfler. Sie hat die Hütte voraussichtlich bis nach Auffahrt offen und dann wieder ab Mitte Juni.

Die Wildstrubelhütte auf der anderen Seite des Plaine-Morte-Gletschers ist seit 1. März offen. Wartin Katja Heiniger: «Es ist extrem schlecht, wir haben noch keine 100 Übernachtungen – also weniger als ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Tagesgäste bleiben der Lawinengefahr wegen vollkommen aus.» Von Ende April bis zum Sommersaisonstart am 29. Juni wird die Strubelhütte geschlossen sein.

Attraktion: Ben mit Skibrille

Auch vor der Wildhornhütte liegt laut Hüttenwartin Monika Schmid haufenweise Schnee – «und fast täglich kommt neuer dazu. Trotz weniger Schönwettertagen hatten wir aber seit der Öffnung vor fünf Wochen bereits 350 Übernachtungen.» Hütten- und Therapiehund Ben erfreut sich der Schneemassen auf seine Art und bestieg bereits einmal mehr das 3248 Meter hohe Wildhorn – mit Skibrille! Frauchen Monika Schmid: «Wenn er sich lange ohne Brille draussen im grellen Sonnenlicht aufhielte, könnten seine Augen entzünden. Wir wollen ja keinen blinden Hund.» Und so ist der 4-jährige Australische-Schäfer-Rüde die grosse Attraktion rund um die Wildhornhütte, die bis Auffahrt offen ist und dann bis 23. Juni Betriebspause hat.

Offen sind weiter folgende Hütten: Hollandia und Gauli (beide bis Pfingsten und ab Anfang Juli), Finsteraarhorn (bis Ende Mai/ab Ende Juni), Gelten (bis Ende April), Konkordia (bis 21. Mai/ab 23. Juni), und Oberaarjoch (bis 20. Mai/ab 30. Juni). (Berner Oberländer)

Erstellt: 03.04.2018, 10:18 Uhr

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