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Vorstoss zum LötschbergtunnelRegierung stützt Teilsanierung

In einem Vorstoss hatten sich Oberländer Grossräte für eine vollständige Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels starkgemacht. Der Regierungsrat winkt ab.

Der Lötschberg-Scheiteltunnel zwischen Kandersteg und Goppenstein wird gegenwärtig erneuert.
Der Lötschberg-Scheiteltunnel zwischen Kandersteg und Goppenstein wird gegenwärtig erneuert.
Foto: PD

Derzeit saniert die BLS den Lötschberg-Scheiteltunnel. Im 14,6 Kilometer langen Bauwerk wird das bisherige Trassee durch eine feste Fahrbahn aus Beton ersetzt. Weil die Kosten aus dem Ruder laufen, verzichtet die BLS auf eine vollständige Erneuerung. Stattdessen soll das Trassee nur bis 1,3 Kilometer vor dem südlichen Tunnelportal erneuert werden. Die Gesamtkosten für die BLS belaufen sich trotz dieser Massnahme aktuell inklusive interner Kosten, Honorare und Kosten für die Sicherheit auf 145 statt wie ursprünglich geplant auf 105 Millionen Franken.

In einem parlamentarischen Vorstoss machten sich im November die Oberländer SVP-Grossräte Kurt Zimmermann (Frutigen) und Ernst Wandfluh (Kandergrund) dafür stark, die Fahrbahn dennoch vollständig zu sanieren. Eine Intervention sei angesichts der ausufernden Kosten ohnehin angezeigt. «Sämtliche bauliche Infrastrukturen der Bauunternehmungen sind jetzt vorhanden. Wenn nicht jetzt das ganze Trassee saniert wird, werden die 1,3 Kilometer später noch teurer zu stehen kommen», argumentierten sie.

Der Regierungsrat stellt sich in seiner Antwort hinter die BLS: Eine vollständige Sanierung würde das Projekt weiter verzögern, was die Kosten weiter in die Höhe treiben und den Autoverlad für längere Zeit beeinträchtigen würde, argumentiert die Kantonsregierung. Stattdessen könne die Erneuerung der Schotterfahrbahn im Süden später mit dem Umbau des Bahnhofs Goppenstein kombiniert werden und während der Nacht erfolgen. Dadurch werde der Betrieb nicht eingeschränkt.

PD

1 Kommentar
    Jean Gerber

    Man kann offenbar Grossrat werden, ohne eine Ahnung davon zu haben, wie der Hase läuft. In diesem Fall: die BLS Netz AG gehört mehrheitlich dem Bund, der Kanton ist lediglich Juniorpartner. Zweitens: die Infrastruktur der Bahn wird vom Bund bezahlt, die Kantone leisten lediglich einen Pauschalbetrag. Also: zuständig ist so oder so der Bund, der Kanton hat hier nichts zu melden.