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« sonst dürftest du nicht ohne Visum nach Langnau »

Beim EHC Mirchel spielen ehemalige Bern- und Langnau-Akteure im gleichen Team, zum Beispiel Marc Schenk

Für den Zweitligisten EHC Mirchel sind die Playoffs auf dem Eis seit Samstag vorbei. Dafür haben die Playoffs neben dem Eis begonnen, beim Sticheln unter Teammitgliedern. Denn beim Zweitligisten Mirchel – das Dorf liegt etwa auf halber Strecke zwischen Bern und Langnau – hat es Spieler mit Vergangenheit sowohl beim SC Bern als auch bei den SCL Tigers. Die Emmentaler sind dabei klar in der Überzahl. Das zeigt sich auch daran, dass es in der Spielergarderobe einen SCL-Kleber an einem Türrahmen hat. Einen SCB-Kleber sucht man vergebens. So hat es der Stadtberner Marc Schenk nicht immer leicht, sich gegen die Übermacht aus Langnau durchzusetzen. Trotzdem hat es der 30-Jährige schon zwölf Saisons beim EHC Mirchel ausgehalten. Wohl auch deshalb, weil er in den letzten Jahren meistens auf der Siegerseite stand und so gegen seine Langnauer Kollegen sticheln konnte. Sein Platznachbar in der Mannschaftsgarderobe, mit dem er auch oft die Freizeit verbringt, ist Alexander Beekman. Der Goalie ist quasi im Ilfisstadion in Langnau gross geworden. Er hat dort sämtliche Juniorenstufen durchlaufen, war zwei Jahre Ersatztorhüter im NLA-Team der Tigers, und sein Vater Gerrit ist Physiotherapeut der ersten Mannschaft. Vorurteil bleibt haften «Als ich nach Mirchel wechselte, hatte ich das Image des Städters mit dem Gel in den Haaren», erinnert sich Marc Schenk. Und dieses haftet ihm immer noch etwas an. So komme es in einem Spiel schon mal vor, dass ihn sein Trainer Hans Bosshardt, auch er ein Ur-Langnauer, etwas anstachle, wenn der Körpereinsatz nicht ganz stimme. Für Alexander Beekman sind diese Bemerkungen des Trainer berechtigt. «Wir Emmentaler können mehr einstecken», schmunzelt der knapp 24-jährige Goalie. Schenks Erinnerungen an die Begegnungen gegen Langnau während seiner Juniorenzeit beim SCB sind nicht allzu gut. Damals hatten die Emmentaler eine der besten Nachwuchsabteilungen, die Berner zogen meist den Kürzeren. Es sei jeweils «die Hölle» gewesen, in Langnau spielen zu müssen. «Dafür haben wir besser ausgesehen.» – «Damit gewinnt man aber keine Spiele», entgegnet Beekman. Emotionen unter Kontrolle Wenn Marc Schenk und Alexander Beekman gemeinsam ein Spiel in Langnau oder Bern besuchen, halten sie ihre Emotionen zurück, obwohl ihr Herz natürlich für den eigenen Klub schlägt. «Als aktiver Spieler schaut man eine Partie mit anderen Augen an. Wir schauen mehr auf technische oder taktische Details», erklärt Beekman. Aber auch beim Thema Matchbesuche können sie die Gifteleien nicht lassen. «Wenn ich nicht dabei wäre, dürftest du ohne Visum gar nicht nach Langnau kommen», witzelt Beekman. «Und ohne mich würdest du dich in der grossen Postfinance-Arena verirren», entgegnet Schenk. Dass die Berner Arena einmalig ist, muss selbst der Langnauer Beekman zugeben. «Als Spieler ins volle Stadion einzulaufen, ist unbeschreiblich. Das gibt Hühnerhaut», erzählt der ehemalige Ersatztorhüter der Tiger. Mit der Polizei Weltmeister Bei der Frage nach dem Gewinner der Playoff-Serie SCB gegen SCL, tippt Marc Schenk auf die Stadtberner, während Alexander Beekman trotz allem noch auf eine Überraschung der Tigers hofft. Beekman selber hat letzte Woche bereits einen kleinen Karrierehöhepunkt erreicht, als er mit dem EHC Kantonspolizei Bern Weltmeister bei den ersten Titelkämpfen der Polizei-, Miltär- und Grenzwachtkorps geworden ist. «Vor dem Finalspiel gegen die Kanadier war sogar ich etwas nervös», gibt der Torhüter zu.Hans Ulrich Schaad>

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