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Berggebiete wollen die Probleme selber lösen

ZweitwohnungsbauDie Vertreter von Tourismusgemeinden und -kantonen lehnen die Volksinitiative Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen als überflüssig ab: Die betroffenen Gemeinden würden das Problem bereits angehen.

Die Kantone und Gemeinden hätten bereits zahlreiche Massnahmen zur Regelung des Zweitwohnungsbaus beschlossen oder seien daran, solche auszuarbeiten, erklärten die Vertreter einer breiten Allianz von Kantonen, Gemeinden und touristischen Fachorganisationen gestern vor den Medien in Bern. Der neue Richtplan, den der Kanton Bern letzten August in Kraft setzte, beschränkt beispielsweise den Anteil unbewirtschafteter Zweitwohnungen auf höchstens 40 Prozent des jährlichen Wohnungsbaus, wie Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) sagte. 13 Berner Gemeinden seien davon betroffen. Sie müssten nun bis 2014 Massnahmen zur Lenkung des Zweitwohnungsbaus ergreifen. Zum Beispiel Saanen Solche Massnahmen hat die Gemeinde Saanen, zu der auch der Nobeltourismusort Gstaad gehört, laut Gemeindepräsident Aldo Kropf (FDP) bereits ergriffen. Hotelzonen etwa sollen dafür sorgen, dass aus «warmen» Hotelbetten bei einem Umbau nicht plötzlich untergenutzte und damit «kalte» Zweitwohnungsbetten werden. Seit der neusten Ortsplanungsrevision muss der Wohnraum in Saanen je nach Bauzone einen Anteil für Ortsansässige von 100 oder 70 Prozent ausweisen. Nur bei 5 Prozent der Neueinzonungen sei auf einen solchen Anteil verzichtet worden. Hingegen werde bei diesen Grundstücken der Planungsmehrwert abgeschöpft. Zudem betreibt Saanen laut Kropf eine aktive Erstwohnungspolitik mit 120 eigenen Wohnungen und der Abgabe von Grundstücken an Ansässige im Baurecht. Gemeinden, die das Problem bislang vernachlässigt haben, müssen gemäss dem revidierten Raumplanungsgesetz bis 2014 Massnahmen treffen. Ansonsten droht ein Bewilligungsstopp. Für die Vertreter der Bergkantone reicht diese Bestimmung. Eine maximale Zweitwohnungsquote von 20 Prozent, wie sie die Initianten fordert, sei unnötig. Zum Beispiel Calancatal Nicht statthaft ist es nach Ansicht des Präsidenten der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete, Alt Ständerat Theo Maissen (CVP/GR), alle Gemeinden in den gleichen Topf zu werfen. Denn die Realitäten seien sehr unterschiedlich, sagte Maissen und stellte etwa das strukturschwache Calancatal GR dem reichen Oberengadin gegenüber. Beides sind Gebiete mit einem Zweitwohnungsanteil um die 60 Prozent. Im Calanca- oder auch im Maggiatal sind diese Wohnungen laut Maissen vor allem im Besitz von Einheimischen, die in den urbanen Zentren ihren Hauptwohnsitz haben und nur noch sporadisch heimkehren. In diesen Orten würde die wirtschaftliche Entwicklung bei einer «starren Quotenregelung» zu stark eingeschränkt, sagte Maissen und wies auf die grosse wirtschaftliche Bedeutung der Zweitwohnungen hin. Allein der Kanton Graubünden generiere jährlich fast 1 Milliarde Franken oder 10 Prozent seines Bruttoinlandproduktes durch Zweitwohnungen. Im Wallis seien es 12,6 Prozent. sda >

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