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Die letzten Parkplatzparadies e

Seit Anfang Oktober

Parkieren wird stets schwieriger. Und teurer. Doch gibt es immer noch gebührenfreie Zonen in der Stadt und Region Bern: In einigen Einstellhallen und Parkplätzen von Migros- und Coop-Filialen müssen die Automobilisten weder blaue Scheiben montieren noch Kassenautomaten füttern. In Bern ist unter anderem die Coop-Filiale in Bethlehem ein solches Parkplatzparadies. In der Region darf das Auto in Ostermundigen und bei den Coop-Filialen von Schwarzenburg und Zollikofen gratis ruhen. Nostalgisch tief muten die Gebühren im Berner Westside an. 20 Rappen kostet die Stunde dort. Ein Zwänzgi für 60 Minuten liess man bis in die Siebzigerjahre in den Schlitz der Parksäule an den Strassenrändern fallen. Die Parkgebühren bei den Einkaufszentren sind politisch heikel. Die Gegner streiten um ein eigentlich seltsames Thema: Der Verkehrs-Club der Schweiz, der VCS, will, dass die Einkaufszentren Geld verdienen, das diese gar nicht wollen. Komplizierter Konflikt Wie üblich wird der Konflikt aber komplizierter, wenn man genauer hinschaut. Der VCS betont, dass nicht er als Verband über Parkgebühren entscheidet. «Wir wollen bloss, dass die Gesetze eingehalten werden», sagt VCS-Mitarbeiter Peter Krebs. Die Bestimmungen schreiben für grössere Einkaufszentren Abgaben vor. Krebs räumt allerdings ein, dass sein Verband Gebühren befürwortet: «Wenn wir nicht darauf drängten, würden diese gesetzlichen Vorgaben wohl zu lasch angewendet.» Der VCS will Parkgebühren, weil der Verband glaubt, dass die Abgaben die Autofahrer zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr bewegen. Es gehe aber auch um die Kostenwahrheit, sagt Krebs. «Sind die Parkplätze gratis, werden die Kunden ohne Autos indirekt an den Auslagen für die Parkhäuser beteiligt, ohne sie zu benützen.» Wie gross die Einnahmen aus den Kassenautomaten sind, ist schwierig zu ermitteln. Wenn die Firmen eingemietet sind, gehen die Beträge teilweise an den Vermieter. Jedenfalls ist es ungeliebtes Geld. Die Einkaufszentren befürchten, dass die Kunden anderswohin fahren. Coop-Mediensprecher Pascal Schütz betont, dass sich sein Unternehmen der Umwelt verpflichtet fühle. Doch sei die Wirkung von restriktiven Massnahmen wie Parkgebühren gering. Coop befürworte effizientere Lösungen, zum Beispiel strengere Umweltvorschriften für Neuwagen. Tarifwirrwarr Ähnlich argumentiert Migros-Mediensprecherin Barbara Siegenthaler. Studien würden zeigen, dass Parkplatzgebühren niemanden zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr bewegen. «Wer einkauft, transportiert Waren», sagt sie. Die Gebühren würden für den Unterhalt und die Kontrolle der Schranken und Kassenautomaten benötigt. «Die Katze beisst sich also in den eigenen Schwanz.» Mal gratis, mal bezahlt man erst nach einer Stunde, mal gelten progressiv ansteigende Tarife: Die Gebühren sind unübersichtlich. Weil bei jedem Einkaufszentrum andere Voraussetzungen gelten, ist nicht zu erwarten, dass der Wirrwarr vereinheitlicht wird. Peter Steiger >

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