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RBS: Rollstühle besserstellen

Die gute Nachricht: Der RBS bringt renovierte Züge auf die Schienen. Sie bieten mehr Platz für Rollstühle, Velos und Kinderwagen. Die schlechte Nachricht: Vorerst ist bloss eine einzige Komposition unterwegs.

Jetzt hat es Rosmarie Bütikofer leichter. «Der Eingang ist breiter, und die grosse Stehfläche erlaubt, dass mehrere Rollis Platz haben», sagt sie. Rosmarie Bütikofer fährt einen Elektrorollstuhl, ein breites, schweres Ding. «Besonders im Winter benütze ich den RBS häufig», sagt sie. Das Transportunternehmen hat sie und ein halbes Dutzend weitere Gehbehinderte vom Schul- und Wohnheim Rossfeld gestern zu einer Premiere eingeladen: zur Präsentation der neu gestalteten Züge. Gleiche Schale, neuer Inhalt Als «Secondas» bezeichnet der Regionalverkehr Bern-Solothurn die renovierten Kompositionen. Zu einem zweiten Leben kommen sie auf der Linie S9 zwischen Unterzollikofen und Bern. «Secondas» heissen sie, «Mandarinli» sind es immer noch: So nennen der RBS und viele Passagiere die orangen Wagen. Die Schale bleibt zwar gleich, doch drinnen steckt viel Neues. Der grösste Schnitz im umgestalteten «Mandarinli» sind die Multifunktionsräume. An den beiden Seitenwänden können die Reisenden insgesamt 18 Klappsitze benützen. Dazwischen bietet die grosse Stehfläche viel Platz für Rollstühle, Kinderwagen, Gepäck und allerlei sonstwie Sperriges. Wohlgefällig auf die «Secondas» blicken werden die Radfahrer. Sie freuen sich über bedeutend mehr Platz. In den konventionellen Zügen leiden die Pedaleure. Sie haben für ihre Räder zu wenig Raum und müssen sie so platzieren, dass sie die anderen Reisenden behindern. «Fahrgäste beschwerten sich deswegen», bestätigt RBS-Kadermann Ulrich Reinert. Von der heimischen Bevölkerung besonders gut aufgenommen werden die «Secondas» wohl im nächsten Sommer. Anders als die noch nicht umgerüsteten, unterdessen rund 30-jährigen Kompositionen haben sie Klimaanlagen. Weiterhin verzichten müssen die Reisenden auf WCs. Kein Bedürfnis, kein Platz, heisst es beim RBS. «Mandarinli» als U-Bahn Die Renovation kostet pro Wagen eine halbe Million Franken. Von dieser Investition profitieren vorerst nur Fahrgäste zwischen Unterzollikofen und Bern. Der RBS berücksichtigt damit, dass auf der S9 in der Tiefenau viele Rollstuhlfahrer zusteigen. Die Rollis sind hier häufig anzutreffen, weil das Schul- und Wohnheim Rossfeld und das Tiefenauspital nahe sind. Vorerst rollt bloss eine einzige aufgefrischte Komposition auf der S9. Eine zweite folgt im Sommer. Gemäss Ulrich Reinert will der RBS in den nächsten zehn Jahren alle orangen «Mandarinli» umrüsten. Eine «Seconda» bietet 160 Sitz- und rund 14o Stehplätze und hat an jeder Tür Niederflureinstiege. Täglich benützen etwa 8000 Passagiere die S9. Wenn sie mit einem neuen Zug fahren, fällt ihnen der grosse Stehraum auf – und der U-Bahn-Look. Bern kommt als erste Schweizer Stadt zu solch grossstädtisch anmutenden S-Bahn-Wagen. Der RBS ist stolz darauf. Fabienne Thommen, die Kommunikationsverantwortliche des Transportunternehmens: «Andere Bahnen prüfen diese Idee erst, wir setzen sie bereits um.» Peter Steiger >

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