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«Skurril ist gut»

«Abgesehen von politischen Skurrilitäten» habe er «ein gutes Wochenende gehabt», teilte Michael Ritter, der Fraktionschef der Burgdorfer FDP, auf der Internetplattform Facebook mit. Mit «politischen Skurrilitäten» meinte er den Angriff von BDP-Stadtrat Francesco Rappa. Dieser beschuldigte seinen freisinnigen Parlamentskollegen letzte Woche des politischen Verrats: Ritter habe ihm versprochen, dass die FDP im Dezember den BDP-Kandidaten Rolf Ingold zum Stellvertreter des stellvertretenden Stadtratspräsidenten wählen werde. Doch als es um die Wurst ging, habe die FDP Stefan Berger von der SP unterstützt. Ritter konterte: Derlei «machtpolitische Spielchen» seien ihm fremd. Er habe niemandem zugesagt, für Ingold zu votieren. «Skurril ist gut», kommentierte SVP-Stadtrat Remo Leibundgut Ritters Facebook-Eintrag. Berger stimmte über die Parteigrenzen hinweg zu: «Das kann man so sagen.» Rappa verlor über den Fall auf seinem Facebook-Profil kein Wort. Dafür integrierte er die Zeichnung, mit dem die BZ den bürgerlichen Hauskrach illustriert hatte, in sein Onlinefotoalbum, ohne sich gross um copyrighttechnische Details zu kümmern. Cartoonist Max Spring sagt, Rappa habe ihn nicht gefragt, ob er das Bild verwenden dürfe – und zu welchem Preis. Nun erwägt der Künstler, dem Politiker einen Einzahlungsschein zuzustellen und abzuwarten, was der Empfänger damit macht. Bemerkenswert ist: Im realen Leben haben sich Rappa und seine BDP zwar mit Getöse von Ritter und seiner FDP getrennt. Auf Facebook sind die frisch geschiedenen Hauptdarsteller des Burgdorfer Polittheaters aber Freunde geblieben. Was es dem Publikum nicht unbedingt erleichtert, der Handlung zu folgen. Johannes Hofstetter >

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