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100 Jahre und kein bisschen müde

In einer schlichten Feier

«100 Jahre Freude am Singen – das ist das Hauptmotiv zum Mitsingen in einem Chor.» So begrüsste Rudolf W.Kern, Präsident des Cäcilienchors Thun, die Mitglieder und Ehrengäste im Hotel Freienhof zur 100-Jahr-Jubiläumsfeier. 100 Jahre Freude, der musikalisch durch die Sopranistin und Pianistin Silvia Kristina Hadorn und den Pianisten Armin Waschke humorvoll Ausdruck verliehen wurde. Aber auch Probleme, die seit je bestehen, sprach Kern an: «Internationale Sängerinnen und Sänger wie seinerzeit Lisa Della Casa oder Maria Stader können wir uns heute nicht mehr leisten.» Nicht nur Stadt und Kanton, auch die Sponsoren seien sparsam geworden. «Die letzten Subventionen der Stadt reichten immerhin dazu, die anfallenden Parkgebühren zu begleichen», stellte Kern schalkhaft fest. Die fehlenden Finanzen, aber auch der Mangel an Nachwuchs in den Publikumsreihen sprach Christoph Müller, Präsident der Allgemeinen Orchestergesellschaft Thun, an: «Es wird für uns alle die grosse Herausforderung der nächsten Jahre sein, unser Publikum zu gewinnen, und das mit Anstand, und ihnen unsere Werte zu verraten.» Da stimme es ihn schon traurig, dass bei der Steuersenkungsinitiative ausgerechnet jene Parteienvertreter für weitere Sparrunden im Kulturbereich votierten, «die einst das Bildungsbürgertum von Thun darstellten». Ein Überraschungspräsent Gemeinderat Peter Siegenthaler blieb den beiden nichts schuldig und sagte in seinem Grusswort: «Ich bin froh, dass Sie nur die Parkgebühren angesprochen haben. Eine Weile befürchtete ich schon, Sie würden auch die Gafnerkreuzung und allfällige Bussen der Chormitglieder wegen Überfahren des dortigen Rotlichts aufrechnen.» Als Beitrag dafür überreichte er von der Stadtregierung – die auch durch Gemeinderätin Ursula Haller vertreten war – einen Obolus. Mit einem Überraschungspräsent der besonderen Art wartete Marcel Chavanne auf: Der langjährige Bass und Vorstandskassier überreichte Chorpräsident Kern ein Originalplakat aus dem Jahre 1917. Damals wartete der noch junge Cäcilienchor Thun im Hotel Sädel unter der Leitung seines Gründers August Oetiker mit einem Volksliederabend auf. Fünf prägende Dirigenten Oetiker als Gründer leitete die Geschicke 42 Jahre lang, bevor er sich 1952 verabschiedete. Unter seiner Ägide fand die Premiere mit Haydns «Schöpfung» im April 1911 statt – musikalisch begleitet vom Berner Stadtorchester. So ist es auch eine Referenz an ihren Gründungsdirigenten, wenn die Mitglieder des Cäcilienvereins am 13. und 14.November 2010 in der Thuner Stadtkirche erneut die Schöpfungsgeschichte aufführen – nun begleitet vom Thuner Stadtorchester; und samt eigens arrangiertem Familienkonzert «Die Schöpfung für Kinder» am Samstagnachmittag. Aber auch Heiner Vollenwyder als Nachfolger August Oetikers und später Theodor Künzi, der als Lehrer am Seminar unterrichtete, prägten den Chor und seine Werkauswahl. Ende 1999 trat Künzi aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig von seinem Amt zurück; sein interimistischer Nachfolger war der Berner Bruno Späthi, bevor mit Joseph Bisig der heute noch aktive und motivierte Dirigent das Zepter übernommen hat. Mit Haydns «Schöpfung» steht nun das nächste Highlight des Jubiläumsjahres an. Oder wie Marcel Chavanne in seiner Grussbotschaft den Mitgliedern des Cäcilienchors mitgab: «Mit eurem Singen macht ihr euch selber das grösste Geschenk.» HeinerikaEggermann Dummermuth Jubiläumskonzert des Cäcilienchors Thun mit dem Thuner Stadtorchester: Joseph Haydn «Die Schöpfung» in der Stadtkirche Thun. Am Samstag, 13.November, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 14.November, 17 Uhr; das Kinderkonzert «Die Schöpfung für Kinder» findet am Samstag von 15 bis 16 Uhr ebenfalls in der Stadtkirche statt. Vorverkauf: Burger Nähmaschinen, Obere Hauptgasse 50 in Thun, Tel. 033 2221030; beim Kinderkonzert wird eine Kollekte erhoben. •www.caecilienchor-thun.ch>

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