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Alpen-Welle drehte im Rothorn

SchwandenMusik, Unterhaltung, Talk und TV. Am Mittwoch wurde der Gasthof Rothorn in Schwanden bei Sigriswil zur Hochburg der Schlager- und Volksmusik. Dabei wurden zwei Sendungen für die TV-Station Alpen-Welle aufgezeichnet.

Schon vor 8 Uhr früh parkt der TV-Übertragungswagen vor dem Restaurant Rothorn in Schwanden ein. Sofort macht sich das kleine Technikerteam von Alpen-Welle-TV ans Werk. Hunderte Meter Kabel werden verlegt, Leuchten und Kameras in den Saal des gemütlichen Gasthofs geschleppt und installiert. Die Arbeiten dauern bis zum Abend, während der Sendeleiter und Moderator Elmar Fürer intensiv für die beiden vorgesehenen Aufzeichnungen probt und letzte Stolpersteine aus dem Weg räumt. Dann geht die Alpen-Welle auf Sendung. Am Regiepult im Übertragungswagen des einzigen Schweizer TV-Senders mit 24 Stunden Volksmusik und Schlager herrscht Hochkonzentration. Alles klappt – na ja – fast alles. «Dass bei uns nicht immer alles ganz so geölt läuft wie bei einem ‹Musikantenstadl› oder einer Millionenproduktion des Schweizer Fernsehens, macht nichts», meint Elmar Fürer. «Unsere Sendungen, die wir mit einem vergleichsweise winzigen Budget, dafür mit umso mehr Herzblut produzieren, sind authentisch und leben von der Spontaneität.» Publikum macht mit Inzwischen wird der Gasthof zur Festhütte und Hochburg der Schlager- und Volksmusik. Das Publikum macht mit, singt, klatscht, lacht. Im bis zum letzten Platz besetzten Saal klettert das Quecksilber in schweisstreibende Höhen. Zur Aufzeichnung von zwei 50-minütigen Sendungen des Formats «Urchig und Echt» spielen verschiedene Bands mit Rang und Namen in der Szene der Schweizer Volksmusik. Roland Eberhart, Bandleader der Calimeros, ist ebenso dabei wie Wally Schneider, Christian Vetsch, das Hobbykrainer-Quintett oder Schauspieler, Musiker und Entertainer Leo Roos, um nur einige Namen zu nennen. «Volksmusik ist Heimat» Dazu kann das Publikum live das ganze Handwerk der Fernsehmacher verfolgen und wird zu einem wichtigen Teil der TV-Aufzeichnungen. Derweil machen Musiker und Moderatoren Stimmung. Prominenter Gast – wie könnte es anderes sein – ist der in Schwanden wohnhafte Berner SVP-Ständerat und bekennende Volksmusikfreund Adrian Amstutz: «Ich bin mit dieser hausgemachten Musik aufgewachsen», sagt er. Sie sei für ihn genauso ein Stück Heimat wie der Niesen oder der Thunersee, meint der Politiker, der im Rothorn aufwuchs, das schon in seiner Kindheit ein beliebter Treffpunkt für Ländlerfreunde war. Seitenhiebe verteilt Ganz unpolitisch bleibt der Abend erwartungsgemäss nicht. Adrian Amstutz fordert wieder mehr Platz in den öffentlich-rechtlichen Medien für die Schweizer Volksmusik und das «umfassende Schweizer Kulturgut». Und Elmar Fürer, dessen von ihm gegründetes, seit sieben Jahren erfolgreiches Alpen-Welle-TV ohne Konzessionsgebühren auskommt, spart nicht mit Seitenhieben gegen ebendiese Gebühren und ihre Verwendung. Dabei hat der Produzent und Moderator aus der Ostschweiz offene Ohren beim ländlichen Publikum im Saal. Gespannt wartet dieses auf die Antwort von Adrian Amstutz, als der Moderator ihn fragt, mit welcher Person aus dem Bundesrat er denn lieber kein Duett singen möchte. «Mit Micheline Calmy-Rey», antwortet der Ständerat ohne zu zögern: «Weil sie unser Sigriswiler Deutsch nicht so recht versteht, wäre es wohl schwierig, uns sprachlich und harmonisch abzustimmen.» Der Politiker hat die Lacher und Leute im Saal auf seiner Seite. Etwa um 22.30 Uhr ist die Produktion gelaufen. Schneller als montiert, ist die ganze Fernsehausrüstung abgebaut und verstaut. Noch vor Mitternacht macht sich der Übertragungswagen auf die lange Heimfahrt zurück ins Wallis. Hans Peter RothAm 8. bzw. 22.September werden die erwähnten Sendungen ausgestrahlt und sind ab dann auch online aufgeschaltet. Weitere Informationen zum TV-Sender und zum Restaurant Rothorn gibts unter www.alpen-welle.ch oder www.rothorn-schwanden.ch. >

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