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Auf der Couch Theater gucken

Es ist fast wie ein Fernsehabend daheim, nur schauen über 70 andere mit.

Im Sofa-Theater ist es fast wie zu Hause: Man sinkt aufs bequeme Kanapee und wartet, mit einem Getränk versorgt, auf das, was da kommen wird. Der grosse Unterschied zu daheim ist, dass man es mit über 70 anderen tut und dass nicht der Fernseher, sondern eine engagierte Crew für Unterhaltung sorgt. Das etwas andere TheaterMöglich macht diese etwas andere Art der Unterhaltung das sogenannte Sofa-Theater Hindelbank. «Die Idee, etwas mit Kanapees zu probieren, kam mir vor rund drei Jahren», sagt Initiant Etienne Meuwly. Mehrere Leute aus seinem Bekanntenkreis beklagten sich über die harten Stühle, auf denen man während Theatervorführungen oft sitzen müsse. Meuwly selber sitzt selten. Der engagierte Theaterliebhaber steht nicht nur gerne auf der Bühne, sondern betätigt sich auch als Regisseur und Stückeschreiber. Er frönt seinem Hobby seit über zehn Jahren. Einquartiert ist das Sofa-Theater in einem Hindelbanker Gewerbegebäude. Einen der Lagerräume hat Meuwly mithilfe seiner Familie zu einer Eventhalle umgebaut. Da stehen eine einfache Holzbühne sowie eine Tribüne. Für Letztere haben die Helfenden seinerzeit Paletten treppenartig aufgeschichtet. Übers Internet hat sich Etienne Meuwly dann auf die Suche nach Sitzgelegenheiten für sein Theater gemacht, eine bunte Auswahl verschiedenster Sofas ist schliesslich zusammengekommen. Meuwly hatte die unterschiedlichen Modelle für je einen Franken ersteigert und nach Hindelbank gezügelt. In den dunklen, hellen, gemusterten oder auch ledernen Kanapees kann der Gast König sein. «Das Leben ist hart genug, wir geben den Menschen etwas zu lachen», lautet das Motto des Sofa-Theaters. E «Mords»-PartyEtliche Lacher bietet auch das neue Stück – es ist das zweite in diesem Rahmen – «E Mords-Party». Heute Abend ist Premiere. In der Geschichte treffen sich zehn Leute auf einer einsamen Insel in einer noblen Villa. Sie alle sind einer mysteriösen Einladung gefolgt, und ausser dem Bedienstetenpaar Klaus und Mimi kennen sich die Gäste nicht. Das Paar empfängt die ankommenden Persönlichkeiten. Statt eines gemütlichen Znachts erwartet die Gäste dann eine Kassette, auf der ein exzentrischer Millionär ihnen ein mörderisches Wochenende prophezeit. Das Schreckliche bewahrheitet sich, und das Publikum wird mit vielen «offensichtlich, aber nicht wahrhaftig Toten» konfrontiert. Das Spiel nimmt mehr als nur eine überraschende Wende, ist mit vielen unterhaltsamen Pointen gespickt und endet schliesslich in einem unerwarteten Schluss. Überzeugende AmateureIn die Rollen der unterschiedlichen, mehr oder weniger sympathischen Charaktere der Mordsparty schlüpfen dreizehn Mitwirkende. Einige sind Mitglieder des Theatervereins Oberburg, andere wiederum kommen aus dem persönlichen Umfeld von Etienne Meuwly. Die Schauspieler wirken engagiert und haben Spass auf der Bühne. Für die heutige Premiere sind bereits alle 75 Sofaplätze gebucht. Doch werden noch vier weitere Vorstellungen folgen. Wer nicht nur wie zu Hause sitzen, sondern auch speisen will, kann dies übrigens tun. Vor dem Theaterbeginn bekommen jene Gäste ein Nachtessen serviert, die vorgängig eine Bestellung aufgegeben haben. Ein Teil des Erlöses aus den verkauften Eintritten kommt der Schweizerischen Stiftung für das cerebral gelähmte Kind zugute. Franziska SommerVorführungsdaten: 23./28./29./30.Oktober. Reservationen: 034 4112651. •www.sofa-theater.ch>

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