Zum Hauptinhalt springen

«... dann steht man dort, wo wir sind»

rollhockeyWimmis hat auch gegen Uri verloren (1:8) und damit den letzten Platz eingenommen. Präsident René Wittwer führt die Lage auf die Ausfälle der Schlüsselfiguren zurück und verrät, sich auf Spielersuche zu befinden.

Längst hat Wimmis’ Fehlstart historische Ausmasse. Der Oberländer Traditionsverein, 2007 Schweizer Meister, ist noch nie auch nur annähernd so schlecht in die Saison gestartet wie heuer. In acht Spielen hat das junge Team nie gewonnen und bloss einmal gepunktet. Jüngst verloren die Niedersimmentaler gegen Uri (1:8), das zuvor keinen Zähler geholt hatte. Präsident René Wittwer nimmt Stellung. Ihre Mannschaft steht mit dem Rücken zur Wand. Was läuft bei Ihnen schief? René Wittwer: Wir haben mehrere Probleme. Mit Steve Wenger und Dominic Wirth sind die beiden Nationalspieler ausgefallen. Sie waren jene, die Verantwortung übernehmen und Tore schiessen. Kevin Gmür und Sebastian Pfähler konnten zudem nur selten trainieren; sie leisteten Militärdienst. Dann hat sich Tobias Cebulla noch verletzt, nun weilt er im Ausland. Und seit ein paar Wochen kann Andreas Brand, unser Trainer, nicht an der Bande stehen – er hat gesundheitliche Probleme. Wenn all das geschieht, steht man dort, wo wir jetzt sind: am Tabellenende. Betrachten Sie es inzwischen als Fehler, mit bloss zwei arrivierten Spielern in die Saison gegangen zu sein? Vielleicht haben wir das ein wenig unterschätzt. Wir glaubten, genügend stark zu sein, und wollten dem Nachwuchs eine Chance geben. Niemand konnte damit rechnen, dass mit Wirth und Wenger gleich beide erfahrenen Spieler lange würden pausieren müssen. Das Gros der Konkurrenz bediente sich vor der Saison im Ausland. Wieso taten Sie das nicht? Wir waren überzeugt von unserem Konzept, das vorsieht, mit jungen, einheimischen Spielern zu arbeiten. Das ist auch die Absicht des Trainers gewesen. Klar kann man Ausländer holen. Aber was bringt das der Nationalmannschaft? Deren Akteure sitzen dann auf einmal auf der Bank. Bestimmt hatten Sie sich mehr erhofft von jenen Nachwuchskräften, die nun schon eine Weile zur 1.Mannschaft gehören. Für sie ist die Lage am schwierigsten. Sie finden sich plötzlich in der Situation wieder, Verantwortung übernehmen und Partien entscheiden zu müssen. Und es fehlt der Rückhalt – die Figur, welche die andern bei einem Rückstand aufbaut. Aber Kevin Gmür beispielsweise hat sich sehr gut entwickelt. Sie brauchen einfach ein Erfolgserlebnis. Wie gedenken Sie den Trend zu stoppen? Wir haben eine Gruppe gebildet, die die nahe Zukunft zu regeln versucht. Erst mal gilt es, eine Vertretung für Trainer Brand zu finden. Und wir führen Gespräche mit Schweizer Spielern. Welche zu reaktivieren, das geht nicht so einfach. Laurent Geiser spielte gegen Uri – aber er ist Arzt und dadurch für uns nicht einfach so abrufbar. Den Zuzug von Ausländern schliessen wir nicht mehr aus – die Perspektiven haben sich gegenüber dem Herbst nun mal massiv verändert. Befürchten Sie, nächste Saison in der Nationalliga B zu spielen? Angesichts unserer jetzigen Position ist das möglich, ja. Ob es auch dazu kommen wird, ist zu grossen Stücken abhängig davon, was sich bis im Januar noch tun wird. Es gibt übrigens Leute, die sagen, dass ein Abstieg nicht so schlimm wäre und gewisse Dinge vereinfachen würde. Dieser Meinung bin ich aber nicht. Und darf ich noch was hinzufügen? Selbstverständlich. Wir haben das Glück, von tollen Leuten umgeben zu sein. Kein Sponsor hat sich beklagt, trotz all der schlechten Resultate. Und einige Zuschauer kommen weiterhin. Das erleichtert das Ganze und freut einen sehr. Interview: Adrian HornTelegramme Seite 20 >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch