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Das Wasser wird teurer

Paradox: Weil Berner vorbildlich Wasser sparen, muss die Stadt die Preise erhöhen. Denn teuer ist nicht das Wasser selber, sondern das Leitungsnetz. Die Wasserrechnung fällt ab April durchschnittlich einen Fünftel höher aus.

Das Wasser in Bern wird teurer: Energie Wasser Bern (EWB) verlangt ab April einen Fünftel mehr für ihre Wasserlieferungen. Wie viel der Aufschlag im Einzelfall beträgt, ist unterschiedlich. Denn die Stadt führt gleichzeitig ein neues Tarifsystem ein: Wasser kostet künftig nicht mehr einheitlich Fr. 1.65 pro 1000 Liter. Neu wird eine Grundgebühr verrechnet, die sich nach dem Verbrauch richtet. Die effektiven Wasserpreise liegen künftig zwischen Fr. 1.55 und Fr. 2.70 pro 1000 Liter. Am meisten bezahlen Kleinbezüger, die bloss 50000 Liter pro Jahr beziehen. Das günstigste Wasser erhalten Betriebe, die 20 Millionen Liter und mehr brauchen. Kleine zahlen mehr Tendenziell geringere Aufschläge gibt es auch in Mehrfamilienhäusern mit vielen Wohnungen: Solche Haushalte profitieren davon, dass in Bern der Wasserverbrauch pro Haus und nicht pro Wohnung berechnet wird. Grosse Wohnblöcke haben einen hohen Verbrauch und damit einen günstigen Wassertarif. Für solche Wohnungen dürfte der Aufschlag im Bereich von 30 Franken pro Jahr ausfallen. Haushalte in einem kleineren Mehrfamilienhaus müssen mit 40 Franken Mehrkosten pro Jahr rechnen. Die bisherigen Wasserpreise reichten in den beiden vergangenen Jahren nicht mehr zur Deckung der Kosten: «Wir haben über sechs Millionen Franken Verlust gemacht», erklärte EWB-Chef Daniel Schafer gestern. Teure Leitungen Draufgelegt hat die Stadt bei ihren Wasserlieferungen nicht etwa, weil die Bevölkerung so viel Wasser bezieht, sondern im Gegenteil weil der Wasserverbrauch stetig sinkt. Denn teuer ist bei der Wasserversorgung nicht das Wasser selber, sondern das Leitungsnetz, die Reservoirs und die Wasserfassungen. Diese Einrichtungen müssen ständig unterhalten, erneuert und erweitert werden. Im Gegenzug gingen in den letzten Jahren die Einnahmen zurück, weil die Bevölkerung immer sparsamer mit dem Wasser umgeht. Heute verbraucht eine Person in Bern rund 55000 Liter Wasser pro Jahr. Esther Diener-Morscher >

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