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Der neue Messias kommt. Ganz sicher

Unerkannt ist er bereits unter uns. Die Hinweise sind eindeutig: Leuchtzeichen am Himmel. Maitreyas heisst der neue Messias. Er lebt in mehreren Körpern. Demnächst wird er zu uns sprechen. Hören werden wir ihn nicht, aber fühlen. Alle werden an jenem Tag gewaltige Energien spüren. Über den Verkünder orientierte die Organisation Share Schweiz an einem Vortrag in Bern. Nur zehn Interessierte kamen, ausser dem Referenten und dem Journalisten alles Frauen. Über die Zukunft der Erde informierte der Bieler Naturheiler Andreas Ledermann. Er sprach als Vertreter des Schweizer Ablegers von Share International. Maitreya gilt dort als «Weltlehrer», als Wesen, das den Gläubigen sämtlicher Religionen Gottes Weisheit übermittelt, Christen, Muslimen, Juden, Buddhisten. Der im Internet wortreich präsentierte Messias 2.0 ist einer für alle. Man kann den Global-Pädagogen als Unsinn qualifizieren. Immerhin liegt er mit seinem Programm nicht quer. Er verzichtet wohltuend auf Tenüvorschriften: keine Burkas, keine Kippah-Käppli, keine Nonnentrachten. Seine Botschaft könnte die Schweizer SP geschrieben haben: Umverteilen und Geld nach Afrika schicken. Beim Vortrag wollen die Zuhörerinnen allerdings nichts über Frieden und Gerechtigkeit wissen. Sondern vieles über Aura und Karma. Ob Maitreya ein Avatar sei muss geklärt werden (vielleicht). Oder auf welcher Stufe des Bewusstseins man seine Botschaft anzusiedeln habe (auf mehreren). Esoterikerinnen unter sich. Sie haben mit der Transmissionsmeditation denn auch weit weniger Mühe als der Journalist. Zehn Minuten lang, eine gefühlte halbe Stunde, versucht er wenig erfolgreich Energien zu spüren. Maitreya offenbart sich in naher Zukunft durch Gedankenübertragung und Energiefluss. Schon jetzt übermittelt er seine Weisheiten durch eine schwierig zu überblickende Schar von heiligen Vertretern. Beim Berner Vortrag zeigt sich, dass der Meister und seine Jünger genau jene Sprache benützen, die in der religiösen Branche üblich ist. Da ist viel von Brüdern und Schwestern die Rede, vom Licht und vom Dienen. Doch verzichtet Referent Ledermann auf Fundamentalistisches. «Glaubt oder lasst es bleiben», sagt er. Die Maitreya-Gemeinde ist keine Sekte. Niemand muss beitreten, Kurse absolvieren, Besuche erdulden. Auch der Zweifränkler, den der Journalist für Unkosten ins Kässeli wirft, belastet ihn nur marginal. Die Maitreya-Anhänger belegen das Wirken ihres Meisters mit einem Handabdruck, den er auf ewige Zeiten auf einem Spiegel in Barcelona hinterlassen habe. Ferner verweisen sie auf die himmlischen Lichtzeichen. Weshalb diese ihre Lehre stützen, erklären sie zwar nicht. Doch seien die Phänomene der deutlichste Beweis für das Kommen ihres Führers. «Seit einigen Jahren sind die Bilder immer häufiger anzutreffen. Millionen haben sie gesehen», erklärt Andreas Ledermann. Wir haben nichts bemerkt», sagt Andreas Verdun vom astronomischen Institut der Uni Bern. Er spricht für die gesamte Wissenschaft: «Solche Hinweise auf Ufos und vermeintlich Ausserirdisches gehen auf der ganzen Welt ein. Sie lassen sich stets widerlegen.» Peter Steiger •www.shareinternational-de.org >

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