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Der Stalder liest den «Trueber»

BurgdorfDer allseits bekannte «Berndeutsch-Papst» Ruedi Stalder zelebrierte

Nur die Tschöttelichappe fehlte, und «der Trueber» wäre in Person von Rudolf Stalder «läbig» geworden. Bauernschlau und von spendierten Schöppli beseelt, liess sich ein Dorforiginal wie Drätti weder vom harten Leben noch von der zankenden Alten etwas anhaben. Man las im Inserat mit Bedauern, dass Ruedi Stalder, passionierter Schauspieler und Dramaturg der Emmentaler Liebhaberbühne, in der Senevita Burdlef «zum letzten Mal» mit einer Lesung auftrete. «Ach woher», wehrte der 80-Jährige ab, «die haben mich falsch verstanden. Warum sollte ich aufhören, mir macht es Freude und den Zuhörern auch.» Vorwiegend ältere Herrschaften hörten sich die Geschichten an, die der Truber Autor Karl Uetz in seinem Buch «Trueber» auf unnachahmliche Weise in einem urchigen Berndeutsch aufgeschrieben hatte. Heute wird es so kaum noch gesprochen oder verstanden. Ob sich die Geschichten wirklich so ereignet hätten, wisse man nicht, sagte Stalder, ein Körnchen Wahrheit stecke in jeder «Lugigschicht». Etwa, wenn Drätti in der Wirtschaft fragt, wer der erste Apotheker auf der Welt gewesen sei, und die Antwort gleich selber gibt: «Das wird öppe e Geiss gsi sy, die het Chrütli zämegläse u Pölleli dervo gmacht.» Da müssen nicht nur die Leute im Buch lachen, dass es ihnen «schier d’Schilehchnöpf absprängt». Zum Schluss las Stalder noch aus dem neusten Werk von Hansueli Schwaar. Der Langnauer Ex-Lehrer, Dichter und Weltenbummler zelebriert das Berndeutsch in eigentümlicher Poesie: Schlufi u Schlarpi, Schlabi u Schutzgattere, Chläblus u Chlepfschiit u Chuderluuri. Gertrud Lehmann >

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