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«Ein Bike kann ein Leben verändern – es tat meines!»

Christoph Sauser, zweifacher Mountainbike-Weltmeister aus Sigriswil, ist nach Südafrika abgereist. Nicht um dort Rennen zu fahren, sondern um Kinder mit einer Affinität zum Mountainbike in einer Township zu besuchen.

Seit zwölf Jahren sucht Christoph Sauser vor Weihnachten das Weite, steigt ins Flugzeug und landet in Südafrika. «Dort ist es in diesen Wochen und Monaten warm, gute Trainings sind in der Ebene möglich, zudem kann ich mein Englisch weiter verbessern», fasst der Sigriswiler die Vorzüge am Kap gegenüber der Kälte des Schweizer Winters zusammen. Bereits seit 2008 und vor allem im zu Ende gehenden Jahr dauerten die Aufenthalte am südlichsten Zipfel Afrikas länger als in früheren Jahren. Mit Bike weg von Strasse Grund für Sausers ausgedehntere Aufenthalte in Südafrika ist Kayamandi, eine zur Zeit der Apartheid entstandene Township mit rund 55000 Einwohnern. Sie liegt in der Provinz Westkap, in der Nähe der Stadt Stellenbosch und etwa 50 Kilometer östlich von Kapstadt. Kayamandi ist ein hauptsächlich von Schwarzen bewohntes Armenviertel, das sowohl aus den für diese Art von Township typischen Hütten oder vielmehr Baracken als auch mehr und mehr aus einer Reihe kleinerer Häuser besteht. Dort hat Sauser mit finanziellen Mitteln und viel Know-how mitgeholfen, einen Parcours für BMX und Mountainbike fahrende Kinder aus der Township zu bauen. «Natürlich konnte ich dies nicht alleine realisieren», sagt Sauser, der auf Schützenhilfe seines Arbeitgebers aus den USA, der Bikefirma Specialized mit Teammanager Bobby Behan, zählen konnte. Vor Ort zieht heute noch die landesweit bekannte Hilfsorganisation für Sport und Bildung, kurz JAG, die Fäden. «Ohne Songo gehts nicht» Doch ein Mann spielt beim Bikeparcoursprojekt eine ganz spezielle Rolle. «Ohne Songo hätten wir das nie geschafft», gesteht Sauser. Songo Fipaza ist Sozialarbeiter in der Township und kennt die Jugendlichen dort wie kein Zweiter. Er ist es auch, der die Jungs und Mädchen ans Biken heranführt, ihnen hilft, das Sozialverhalten zu verbessern, an das Verantwortungsbewusstsein beim Warten der Bikes appelliert und die Wichtigkeit der eigenen Gesundheit beim Ausüben des Sports hervorhebt. «Songo ist auch deshalb sehr wertvoll, weil er die Verhältnisse vor Ort kennt und die Kinder ihn respektieren», sagt Sauser. Songo Fipaza ist für den Sigriswiler die zentrale Person des Hilfsprojekts, weshalb er den Begriff «Songo.info» als Titel seiner Aktion in Südafrika gewählt hat. Während Fipaza vor Ort für den reibungslosen Ablauf respektive Einsatz der von Specialized zur Verfügung gestellten dreissig Mountainbikes und ebenso vielen BMX-Räder sorgt, kann sich Sauser mit seinem Team auf das Aufbringen der finanziellen Mittel konzentrieren. «Da habe ich nach all den Jahren mit meiner Präsenz und den Siegen am wichtigsten Frühjahresrennen, dem Cape Epic, viele Kontakte knüpfen können.» Fernziel des Berner Oberländer Bikeprofis ist es zudem, ein Bikeklub in Kayamandi auf die Beine zu stellen. Doch für den Weltmeister ist vor allem eines wichtig: «Die Kinder sollen aus dem Sumpf von Drogen, Kriminalität und Gewalt herauskommen und mit Biken eine Chance auf ein besseres Leben bekommen.» Sauser vergisst nicht, dass er als Schweizer und erfolgreicher Mountainbiker privilegiert ist, sagt aber überzeugend: «Ein Bike kann ein Leben verändern – es tat meines!» Hans Urfer •www.songo.info >

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