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Ein Post-Chef für drei Jahre

Der neue Post-Chef Jürg Bucher wird für maximal drei Jahre an der Konzernspitze sein. Dies sei genug Zeit, so Bucher.

Auf den per sofort eingesetzten neuen Post-Chef, Jürg Bucher, wartet keine leichte Aufgabe. Er muss die Post in eine neue Organisationsstruktur führen. Dazu gehört unter anderem, dass die lukrative Postfinance und die Post je in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. «Ich habe das Glück, eine starke Post übernehmen zu dürfen», sagte Bucher an der gestrigen Medienkonferenz am Post-Hauptsitz in Bern. Doch auf die Post würden noch grosse Herausforderungen warten. Bucher verglich seine neue Aufgabe mit einem magischen Viereck, dessen Prinzipien es auszubalancieren gelte: Dienstleistungsunternehmen, neue Wachstumsquellen, Kostensenkung und konkurrenzfähige Preise. Wachstum sieht Bucher vor allem im internationalen Geschäft und bei der elektronischen Post. Um diese Ziele zu erreichen, bleiben dem heute 62-jährigen Bucher drei Jahre. Dann muss Bucher in Pension gehen. «Diese Zeit muss reichen, um der Post eine neue Organisationsstruktur zu verpassen», sagte Bucher. Er habe die Aufgabe als Konzernchef nicht gesucht. Erst vor wenigen Tagen sei er durch den Verwaltungsrat angefragt worden. Er habe zwei Nächte darüber geschlafen und schliesslich zugesagt, weil ihm die Post «am Herzen liegt». Bucher arbeitet bereits seit 25 Jahren für das Unternehmen. Kein monolithischer Block Der neue Post-Chef betonte, dass die Post schon heute ein ganz anderer Konzern sei als noch vor wenigen Jahren. Er bezeichnete die Post als einen «modernen Mischkonzern». Dieser sei ganz anders zu führen als ein «monolithischer Block». Bucher und Postpräsident Béglé sprachen sich gestern gemeinsam dafür aus, dass jeder Bereich bei der Post mit möglichst viel Eigenverantwortung agieren müsse. «Die einzelnen Geschäftsfelder der Post brauchen Platz, damit sie ihre Konkurrenz schlagen können», ist Bucher überzeugt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Michel Kunz ist Bucher überzeugt, dass die Post die schwindenden Gewinne im Bereich Briefpost durch Gewinne in neuen Geschäftsfeldern kompensieren kann. Michel Kunz hingegen wollte vor allem mit Sparmassnahmen den schwindenden Umsätzen im Kerngeschäft begegnen und bei neuen Geschäftsfeldern keine grosse Risiken eingehen. Kunz war beliebt Der Wechsel an der Post-Spitze hat gestern viele Post-Mitarbeitende irritiert. Kunz galt postintern als glaubwürdig und wurde als ehrlicher und unaufgeregter Chef wahrgenommen. Die Trennung wurde deshalb bei vielen Mitarbeitenden bedauert. Viele hoffen, dass nach dem erneuten Chef-Wechsel wieder Ruhe einkehren wird. Laut einem Bericht von bernerzeitung.ch/Newsnetz wurde die Post-Konzernleitung am Montagabend um 18 Uhr über die Entlassung von Kunz informiert. Nach der Botschaft schritten Konzernleitung (ohne Kunz) und Verwaltungsrat gemeinsam zum traditionellen Weihnachtsessen im Restaurant Zähringer im Berner Matte-Quartier. Es sei ein sonderbarer Abend gewesen, sagen Anwesende. Doppelmandat für Bucher Neben seiner neuen Aufgabe wird Bucher weiterhin die Postfinance leiten. «Ich kann das», sagte er gestern selbstbewusst. Um Arbeiten und Aufgaben abzugeben, will Bucher einen starken Stellvertreter einsetzen. Zudem werde die «starke Geschäftsleitung der Postfinance» ihn entlasten. Doch bisher war es vor allem Bucher, der die Postfinance leitete, ein bekannte Nummer zwei existiert momentan nicht. Niklaus Bernhard >

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