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Ein Stadion vor dem Alpenpanorama

Der Förderverein Kunstmuseum Thun feiert sein 50-jähriges Bestehen.

Die Alpen, Chalets, Kaffeerahmbehälter oder auch der typische Schachtelkäse fanden durch die Schweizer Künstler der Pop Art in den 1970er-Jahren Eingang in die Kunstgeschichte. Wie ihre Pop Art-Kollegen aus den USA verarbeiteten sie Motive der Pop- und Medienkultur und hinterfragten diese damit. Max Matter, in den 60er-Jahren Teil der Ateliergemeinschaft Ziegelrain in Aarau, nahm Schweizer Klischeemotive in sein Repertoire auf und experimentierte mit neuen industriellen Materialien. Er benutzte nicht die Leinwand als Bildträger, sondern Kunststoffplatten oder Oberlichtkuppeln aus Plexiglas, die für Flachdächer vorgesehen waren. Zwölf Objekte «Stadion» ist die letzte Arbeit aus einer Reihe von zwölf Objekten aus Plexiglaskuppeln und wurde vor drei Jahren im Rahmen der Ausstellung «Swiss Pop» für die Sammlung vom Förderverein angekauft. Eine weitere Kuppel, «Überbauung I» ist bereits länger im Besitz des Kunstmuseums. Die Kuppel besprayte Matter auf der Innenseite und montierte Leuchtkörper, so dass er die Farben zum Leuchten bringen konnte. Je nach Dichte des Farbauftrags dringt mehr oder weniger Licht durch die Farbschicht. Die moderne Betonarchitektur eines Stadions und eines Wohnblocks rückt Matter in den Vordergrund. Er verweist damit auf den Bauboom der 60er und 70er Jahre, der die städtischen Vororte massgeblich veränderte. Mit dieser Architektur kontrastiert das in die Ferne gerückte Alpenpanorama, ein Verweis auf die idyllische Alpenwelt vergangener Tage.Dominik ImhofDer Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunstmuseum Thun. Damit beenden wir die zwölfteilige Serie «Bild des Monats». >

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