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Ende des Dornröschenschlafs für ein Stück Réduit

heiligenschwendiAm rechten Thunerseeufer gibt es noch heute zahlreiche Zeugen des Zweiten Weltkrieges. So verlief die vorderste Réduit-

Der Réduitgedanke war im Zweiten Weltkrieg besonders im Berner Oberland allgegenwärtig. Viele wichtige Verkehrswege und Pässe mussten gesperrt werden. Ein Schwerpunkt der Verteidigungsstrategie war die rechte Thunerseeseite. Die vorderste Réduitlinie verlief über das Gemeindegebiet von Heiligenschwendi hinab nach Hünibach (Eichbühl). Sie wurde grösstenteils im Jahr 1941 fertiggestellt. Auf der linken Seeseite waren vor allem Einigen und der Kandergraben bis Wimmis befestigt, dann zog sich die Réduitgrenze entlang der Stockhornkette weiter bis zum Jaunpass. Eine Gemeinde der Bunker In Heiligenschwendi laufen derzeit Bestrebungen, einen Infanteriebunker zu neuem Leben zu erwecken. «Wir möchten ein Stück Zeitgeschichte erhalten und der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen», sagt Gemeindevizepräsident Christian Zwahlen. Die Idee hat das Stadium Hirngespinst bereits hinter sich gelassen. So wurde das Baugesuch im Thuner Amtsanzeiger publiziert. Das Baugesuch? «Der Bunker wurde im Krieg ohne ein Baubewilligungsverfahren erstellt», sagt Zwahlen, «damit alles rechtens ist, muss dies nun nachgeholt werden.» Auf dem Gemeindegebiet Heiligenschwendi befinden sich neben diversen Panzersperren insgesamt 17 Infanteriebunker. Die Gemeinde besitzt bereits 2. Nun will sie jenen in der sogenannten Mieschhalte erwerben. Die Armasuisse, welche die VBS-Immobilien verwaltet, hat ihn dem Gemeinderat für den symbolischen Betrag von 4500 Franken zum Kauf angeboten. Irgendwann mit Kanone? «Wir wollen mit dem Bunker kein Geschäft machen», sagt Christian Zwahlen. Er solle in erster Linie den Schulen als Anschauungsobjekt dienen. Denkbar sei, dass der Infanteriebunker in ferner Zukunft wie zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges mit Maschinengewehr und Panzerabwehrkanone ausgerüstet werde. «Vorderhand bleibt er aber leer», sagt Zwahlen. Mit ein Beweggrund für den Kauf sei gewesen, den Bunker, der einen Tarnaufbau hat, zu erhalten. «Die Bunker gehören zur Geschichte unserer Gemeinde. Die Zeitzeugen sollen so bleiben, wie sie sind.» Blick hinter die Mauern Im Berner Oberland gibt es vier Festungen, welche im Verlauf der letzten Jahre der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden: das Artilleriewerk Faulensee, das Artilleriewerk Waldbrand (Beatenberg), der Infanteriebunker Fischbalmen (Beatenbucht) und die Feuerleitstelle/KP Heinrich (Hondrich/Spiez). Die Festungen sind an zivile Trägerschaften – zum Beispiel Stiftungen und Vereine – verkauft worden, die sie nun auf eigene Rechnung betreiben.Roger Probstwww.festung-oberland.ch>

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