Zum Hauptinhalt springen

Fallpauschalen für alle schon ab 2010

Schon ab 2010 sollen alle Berner Spitäler mit dem Fallpauschalensystem abrechnen. Für die Privaten wäre das einschneidend.

Es ist selten, dass Krankenkassen und Spitäler einer Meinung sind. In der Anhörung zur neuen Spitalliste 2010 des Kantons Bern kam der rare Schulterschluss zu Stande. Diese Liste legt fest, welche Spitäler zulasten der Grundversicherung abrechnen dürfen. Die Regierung hat letzte Woche die Liste 2010 vorgelegt (wir berichteten). Im Vorfeld haben sich die Verbände der privaten und öffentlichen Spitäler im Kanton sowie die bernischen Krankenkassen Visana und KPT – die Nr. 1 und 3 im Kanton, die hier fast 300000 Versicherte haben – zu einer gemeinsamen Stellungnahme zusammengerauft. Sie machten der Gesundheitsdirektion einen bemerkenswerten Vorschlag, wie Visana-Chef Peter Fischer erklärt: Der Kanton solle ab 2010 für sämtliche Spitäler – private wie öffentliche – die Abrechnung nach Fallpauschalen einführen, mit der einige öffentliche Spitäler bereits arbeiten. Gleiche Spiesse für alle Mit den Fallpauschalen wird grundsätzlich der Kostendruck erhöht, da die Spitäler pro Behandlung eine im Voraus definierte Pauschale erhalten und nicht mehr die effektiven Kosten verrechnen können. Der gemeinsame Vorschlag von Kassen und Spitälern sieht vor, dass alle Spitäler für ihre Leistungen dieselbe Abgeltung erhalten. Beim Kanton rennt die ungewöhnliche Allianz offene Türen ein. Bereits beschlossen ist, dass ab 2010 alle öffentlichen Spitäler nach Fallpauschalen abrechnen. Schon heute machen dies das Inselspital, die Spitalgruppe Thun, Simmental, Saanen sowie das Spital Aarberg. Einschneidender dürfte der Wechsel für die Privatspitäler sein. Auch für sie möchte das Spitalamt schon 2010 auf Fallpauschalen wechseln; darüber entscheiden wird der Regierungsrat, der für die Privatspitäler ohnehin einen neuen Tarif festsetzen muss, weil sie sich mit den Krankenkassen nicht einigen konnten. Der Entscheid fällt im Januar. Allgemein wird erwartet, dass mit den Fallpauschalen der Kostendruck auf die Privatspitäler wächst. Dies hängt aber davon ab, welchen Tarif der Kanton den Fallpauschalen zu Grunde legt. Das Ziel wird sein, den Tarif so festzulegen, dass Private und Öffentliche für dieselbe Behandlung möglichst gleich viel Geld erhalten. Vollständig werde das nicht möglich sein, heisst es im Spitalamt, da Private und Öffentliche noch unterschiedlich finanziert werden. Die volle Gleichstellung wird erst 2012 erreicht, wenn der Bund die neue Spitalfinanzierung einführt, die auch auf Fallpauschalen beruht. Gibt es Beschwerden? Dass Bern schon 2010 wechselt, freut Visana-Chef Fischer. Für ihn sind Fallpauschalen das beste Mittel gegen die Überkapazitäten der Berner Spitäler. Zudem hätten die Spitäler so Zeit, sich auf 2012 einzustellen. Im Fall der Privatspitäler gibt es aber eine Unsicherheit: Gegen den Regierungsbeschluss können Kassen oder Privatspitäler Beschwerde erheben. Fabian Schäfer>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch