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Ferienwohnungen liegen im Trend

OberlandFerienwohnungen stehen hoch im Kurs. Dies ist das Ergebnis einer Marktstudie im Auftrag der Interhome AG, einer schweizerischen Ferienwohnungsvermittlung. Bei den Gästezahlen wird gemäss Studie bis 2013 eine Steigerung zwischen zwei und sechs Prozent erwartet. Auch im Oberland sind

Simon Lehmann, CEO der Interhome AG, beobachtet gerade für die Ferienregionen im Berner Oberland einen kräftigen Nachfrageschub von Gästen aus aufstrebenden Märkten ausserhalb Europas. Die boomende Wirtschaft in Russland, Indien und China beflügelte auch die Lust der Bevölkerung an Auslandsreisen. Nicht nur die Hoteliers profitieren von der wachsenden Reiselust, sondern auch die Vermieter von Ferienwohnungen und Ferienhäusern. Grosse Wohnungen gesucht «Obwohl die Hotellerie in Interlaken, Unterseen und Matten eine dominierende Rolle spielt, ist auch hier der Trend festzustellen, dass die Übernachtungen in Ferienwohnungen in den letzten Jahren stetig angestiegen sind und die Nachfrage weiter zunehmen wird», betonte Patrizia Pulfer, Manager Media Relations bei Interlaken Tourismus. «In Interlaken nimmt insbesondere bei exotischen Märkten wie den Golfstaaten und Indien die Nachfrage nach Ferienwohnungen stark zu.» Grosse Ferienwohnungen und Ferienhäuser sind jedoch Mangelware. «Die Gäste aus den beiden genannten Wachstumsmärkten reisen als Grossfamilien nach Interlaken und brauchen entsprechend viel Platz für Verwandte, Kinder und oft auch für ihre Kinderbetreuung», so Pulfer. Auch im Haslital scheint die Nachfrage nicht abreissen zu wollen. «Wir stellen eine anhaltend gute Nachfrage in der Beherbergungsform Ferienwohnungen und Ferienhäuser fest. Von einem Boom würden wir aber nicht sprechen», so Nils Glatthard, Geschäftsleiter von Haslital Tourismus. «Wir beobachten auch keine Verlagerung der Nachfrage zugunsten der Ferienwohnungen. Dennoch erweist sich die Nachfrage im Ferienwohnungsbereich im momentan schwierigen Markt tendenziell als eher stabiler als im Hotelbereich», erläuterte Glatthard. Schweiz: 20000 Wohnungen Der Schweizer Tourismus-Verband (STV) hat bis heute über 20000 Ferienwohnungen mit einem bis fünf Sternen klassiert. Die Sterneklassifikation bietet dem Gast mehr Transparenz bei der Auswahl und die Möglichkeit, die Angebote anhand verschiedener Kriterien zu vergleichen. Für Barbara Schäfli, Marketingleiterin von Adelboden Tourismus, ist die Klassifikation unverzichtbar. «Da weiss der Gast von Anfang an, welche Qualität ihn erwartet», so Schäfli. Auch Rolf Wegmüller, Leiter des Tourismusbüros in Wengen, erachtet die Klassifikation von Ferienwohnungen als durchaus sinnvoll. «Sie dient dem Gast als Orientierungshilfe bei der Suche nach einer geeigneten Ferienwohnung. Der Gast kann sich somit ein Bild der Ferienwohnung machen und weiss, was er erwarten darf», so Wegmüller. Der positive Nachfragetrend hält auch in der Region Wengen an. «Die Nachfrage nach Ferienwohnungen ist tendenziell steigend, da der Gast unabhängiger ist und der Preis normalerweise tiefer ist. Das Feriendorf Wengen ist, wie auch andere Destinationen, dem starken Franken und den verschiedenen wirtschaftlichen Herausforderungen ausgesetzt. In diesem Sommer hatten wir sogar einen kleinen Zuwachs an Hotellogiernächten», freute sich Wegmüller. Geringerer Pro-Kopf-Preis In der Jungfrauregion mit Grindelwald, Wengen, Mürren und Lauterbrunnen stieg die Anzahl der Logiernächte im vergangenen Jahr eher moderat an. «Gemäss unserer Logiernächtestatistik sind die Übernachtungszahlen in Ferienwohnungen für die Jungfrauregion im Zeitraum 2006 bis 2010 konstant gleich geblieben. Von 2009 auf 2010 konnten wir einen Zuwachs von 0,6 Prozent verzeichnen», berichtete Rahel Mazenauer, Leiterin Produktmanagement bei der Jungfrau-Region Marketing AG. Die Vorteile einer Ferienwohnung sind für Mazenauer schnell aufgezählt. «Die Gäste sind unabhängig von festen Verpflegungszeiten, können individuell entscheiden, wann und vor allem was sie essen wollen. Familien oder grössere Personengruppen profitieren vor allem durch einen deutlich geringeren Pro-Kopf-Preis», so Mazenauer. Gäste mit hohen Ansprüchen René Feuz, Leiter bei Mürren Tourismus, kann sich über eine mangelnde Nachfrage für Ferienwohnungen nicht beklagen. Die Nachfrage für Ferienwohnungen steige zwar stetig, dennoch bereiten ihm die Wünsche einiger Gäste etwas Kopfzerbrechen. Manche Gäste erwarten eine ruhig gelegene, aber dennoch zentrumsnahe Wohnung, ausgestattet mit einem Cheminée mit offenem Feuer, und einen direkten Zugang zur Skipiste. Und das alles für 140 Franken pro Tag. «Solche Objekte existieren oft gar nicht», beklagte sich Feuz. Mürren Tourismus hat sich dazu entschieden, alle vermietbaren Ferienwohnungen klassifizieren zu lassen. «Die klassifizierten Betriebe erhalten so die Chance, die Auslastung ihrer vorhandenen Betten zu verbessern», so Touristiker Feuz. «Im Trend bei Familien» «Bei Gstaad Saanenland Tourismus stehen rund 220 Ferienwohnungen zur Vermittlung bereit und spielen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Ferienunterkünften», so Martin Bachofner, Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus. Besonders bei Familien, Jugendlichen und Paaren liegen Ferienwohnungen voll im Trend. Neben dem günstigen Preis liegen für Bachofner die Vorteile klar auf der Hand. «Die Gäste sind nicht an feste Zeiten und Abläufe gebunden und können die Ferien in den eigenen vier Wänden geniessen.»Uwe Melzer >

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