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Gemischte Klassen stossen auf Skepsis

Uetendorf führt ab dem neuen Schuljahr altersgemischte Klassen ein. Während die Verantwortlichen praktisch nur Vorteile sehen, kam in der Bevölkerung Skepsis auf. Am Orientierungsabend wurden die Ängste offenbar.

Am Montagabend wurden in der unteren Turnhalle Riedern in Uetendorf zusätzliche Stühle herbeigeschafft, um allen in die Halle Drängenden einen Sitzplatz anbieten zu können. Die Schulleitung und die -kommission der Primarstufe Uetendorf hatten zum öffentlichen Orientierungsabend eingeladen. Thema: Altersgemischte Klassen im ersten bis vierten Schuljahr. Drohen Schliessungen? Wegen der stark rückläufigen Schülerzahlen führt Uetendorf ab dem neuen Schuljahr altersgemischte Klassen ein. Neu wird es sechs Klassen mit Erst- und Zweitklässlern und sechs Klassen mit Dritt- und Viertklässlern geben (wir berichteten). Rund 200 Interessierte liessen sich von Gemeinderat Albert Rösti, Ressortleiter Bildung und Schulkommissionsmitglied, sowie Schulinspektor Peter Santschi vom Regionalen Schulinspektorat Oberland (RIO) über den Entscheid orientieren. Die Schulleitung war durch Annemarie Kurth und Thomas Strahm vertreten. Ein «echter Fortschritt» «Schulkommission und Lehrerschaft stehen hinter dem Entscheid», betonte Rösti. Das neue System erlaube es, die drei Schulanlagen Bach, Berg und Riedern beizubehalten. Eine andere Lösung könnte Klassenschliessungen nach sich ziehen und längerfristig den Weiterbestand von Schulhäusern gefährden, sagte der Bildungsvorsteher. Sowohl Schulinspektor Santschi wie auch die Schulleitung bezeichneten den Unterricht in altersgemischten Klassen als «echten Fortschritt.» Diese Unterrichtsform fördere die Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz. Sie fordere den Lehrkräften mehr ab, weshalb diese in Weiterbildungskursen vorbereitet würden. Weniger Zeit für das Kind? In der über einstündigen Frage- und Diskussionsrunde überwogen die kritischen und skeptischen Äusserungen. «Die Bevölkerung ist kaum informiert worden und hatte keine Gelegenheit zu einer Stellungnahme», kritisierte etwa eine Votantin. Andere Teilnehmende hieben in die gleiche Kerbe. Von der Schulleitung wurde entgegengehalten, dass auch in Elterngesprächen kaum negative Reaktionen zu hören gewesen seien. Ausserdem sei der Zeitplan sehr eng. «Die Nachteile wurden zu wenig aufgezeigt», beanstandete der Vater einer Drittklässlerin. So befürchtet er, dass die Lehrkräfte weniger Zeit für das einzelne Kind aufbringen können. Einen Vorteil hingegen sieht die Mutter eines Siebt- und Neuntklässlers: «Ältere Kinder können den Jüngeren helfen», ist sie überzeugt. Rekurs ist möglich Nun beginnt die Pensenbesprechung mit dem Schulinspektor. Anschliessend erfolgen die Klassenzuteilungen, worüber die Eltern schriftlich benachrichtigt werden sollen. «Wer nicht einverstanden ist, hat die Möglichkeit, schriftlich Einsprache an die Schulleitung zu machen und eine Verfügung zu verlangen», erläuterte Annemarie Kurth. Gegen diese kann innert Monatsfrist Rekurs eingereicht werden. Letztinstanzlich entscheidet der Schulinspektor.Hans Kopp >

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