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Gericht glaubte dem Angeschuldigten nicht

Ein in Bern wohnhafter 24-jähriger Mann aus Gambia hatte sich gestern vor dem Kreisgericht Thun wegen verschiedener Delikte zu verantworten. Mangels genügender Deutschkenntnisse übersetzte eine Dolmetscherin die Verhandlungen ins Englische. Dem Angeschuldigten wurde vorgeworfen, von Frühling 2006 bis April 2009 im Bernbiet ein Kokaingemisch sowie Hanfkraut zum Konsum als Betäubungsmittel verkauft zu haben. Wollte von nichts wissen «Ich kann nur über Dinge aussagen, von denen ich etwas weiss», sagte der Angeschuldigte bei der Befragung durch Gerichtspräsident Peter Moser. Damit bestritt er den ihm zur Last gelegten Drogenverkauf. Demgegenüber gab er zu, selbst Marihuana konsumiert zu haben. Erwiesen war ebenfalls, dass er als Inhaber eines Lernfahrausweises eine Person auf seinem Motorrad widerrechtlich mitgeführt hatte. Weiter wurde dem Angeschuldigten ein Vergehen gegen das Ausländergesetz vorgeworfen, weil er einem rechtswidrig anwesenden gambischen Staatsangehörigen für eine Nacht Unterschlupf gewährt hatte. «Ich stelle viele Widersprüche in den Aussagen von Personen fest, die angeblich vom Angeschuldigten Drogen bezogen haben», hielt die amtliche Verteidigerin in ihrem Plädoyer fest. Dies gelte sowohl in Bezug auf die Preise wie auch auf die Qualität des gehandelten Stoffs. Sie stellte deshalb den Antrag, der Angeschuldigte sei vom Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz freizusprechen. Ebenfalls unangemessen erschien ihr eine Bestrafung wegen Vergehens gegen das Ausländergesetz. Gericht sah es anders Das Kreisgericht Thun folgte diesen Argumenten nicht in allen Teilen. Insbesondere erachteten die Richter das Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz als erwiesen. Zudem erhärteten die Beobachtungen der Polizei und gespeicherte Handynummern von Abnehmern den Tatbestand. Das Kreisgericht Thun verurteilte den Mann wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Übertretung dieses Gesetzes und wegen widerrechtlichen Mitführens einer Person auf dem Motorrad zu einer Gefängnisstrafe von 20 Monaten, bedingt erlassen auf 3 Jahre. Zudem hat er Bussen von insgesamt 900 Franken und die Verfahrenskosten von 4440 Franken zu bezahlen. Vom Vergehen gegen das Ausländergesetz wurde er freigesprochen. «Bei der Urteilsfindung haben wir die gute Prognose berücksichtigt», ergänzte Moser. Er lebt in harmonischer Ehe mit einer Schweizerin und geht einer geregelten Arbeit nach.Hans Kopp >

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