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Kontroverse um Verkauf an Ausländer

InterlakenAm 3. Juli

Der Fremden- und der Strassenverkehr dominieren die beiden nächsten Abstimmungsvorlagen in Interlaken. In zwei Wochen entscheidet sich an der Urne, ob Interlaken in die Liste der Fremdenverkehrsgemeinden aufgenomen werden soll, damit künftig mehr Wohnungen auch an Ausländer verkauft werden können, und ob der Höheweg zwischen der Harder- und der Klosterstrasse neu gestaltet wird. Das Parlament hat beiden Geschäften bereits zugestimmt. Der Wohnungsverkauf allerdings ist umstritten. Schon der Grosse Gemeinderat (GGR) war geteilter Meinung (13 Ja, 12 Nein), und inzwischen haben sich auch zwei Komitees zu Wort gemeldet. Der dritte Anlauf Doch was hat die Vorlage mit Fremdenverkehr zu tun? Damit eine Gemeinde mehr Wohneigentum an Ausländer verkaufen darf, muss sie von der Volkswirtschaftsdirektion zwingend als Fremdenverkehrsgemeinde aufgeführt sein. Interlaken hat bisher darauf verzichtet, die Stimmberechtigten lehnten entsprechende Begehren sowohl 1987 als auch 2003 ab. Nun folgt der nächste Anlauf. Gelingt er, so werden in Interlaken pro Jahr maximal zehn Stockwerkeinheiten an Personen im Ausland verkauft werden dürfen. Und zwar unabhängig davon, ob diese Käufer im EU-Raum wohnen oder nicht. Würden mehr Gesuche vorliegen als bewilligt werden dürfen, so gäbe es eine Warteliste. Die Befürworter, darunter das «Komitee für ein weltoffenes Interlaken», erhoffen sich von einem Ja unter anderem neue Anreize für Investoren, zusätzliche Mehrfamilienhäuser zu bauen, und allgemein eine Steigerung der Attraktivität der Gemeinde. Andere Bödeli-Gemeinden wie Unterseen und Wilderswil hätten mit der bereits gültigen Regelung keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Gegner, deren Exponenten sich in einem überparteilichen Mitte-Links-Komitee organisiert haben, verweisen auf die geringen Land- und Liegenschaftsreserven und warnen vor kalten Betten. Komitee-Präsident David Bühler (EVP): «Zehn Wohnungen pro Jahr tönt nach sehr wenig. In zehn Jahren wären das aber bereits 100 Wohnungen und das ist doch recht beträchtlich für Interlaken.» Sanierung der Flaniermeile Hingegen ohne eine einzige Gegenstimme (bei fünf Enthaltungen) empfiehlt der GGR die Umgestaltung des Höheweges (wir haben berichtet). Mit dem beantragten Rahmenkredit von 5,7 Millionen Franken soll ausserdem eine neue Reinwasserleitung (für 0,9 Millionen Franken) eingebaut werden. Geplant ist, den Abschnitt der Interlakner Flaniermeile zwischen Harder- und Klosterstrasse bis 2014 zu sanieren und dem Verkehrskonzept Crossbow anzupassen. Dabei ist noch offen, ob der Randstreifen auf der Südseite zum Beispiel für Kutschen oder für Parkplätze zur Verfügung stehen wird. Alex Karlen>

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