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Miss, Mutter, Milliardärin, Musikerin

Kirsty Bertarelli ist nicht nur eine weitere Ex-Miss, die singt. Die Wahl-Gstaaderin schrieb Songs, längst bevor sie den Segler Ernesto Bertarelli kennen lernte – etwa einen Nummer-1-Hit für All Saints. Morgen tritt sie in «Benissimo» auf.

Wenn eine Ex-Miss Grossbritannien, deren drei Kinder aus dem Gröbsten raus sind und deren Ehemann nach dem Verkauf des Biotechkonzerns Serono 2007 ein paar Milliarden auf der hohen Kante hat, mit 38 Jahren die erste CD veröffentlicht, schrillen allenthalben die Alarmglocken. Wieder mal eine schöne, aber talentfreie Frau, die sich von ihrem reichen Gatten eine Showbizkarriere sponsern lässt, um ihre Langeweile zu vertreiben? Die Mutter war Sängerin Bei Kirsty Bertarelli liegt man mit dem Vorurteil falsch. Sie war schon lange vor ihrer Heirat Musikerin. Geboren wurde sie als Kirsty Roper im mittelenglischen Staffordshire. Ihr Vater führte eine Porzellanmanufaktur, die Mutter war eine hervorragende Sängerin. In ihrer Kindheit habe sie wie jedes Mädchen Abba geliebt, als Teenager habe sie begonnen, selbst Musik zu machen, erzählt die Wahl-Gstaaderin. Ein Leben ohne Musik könne sie sich gar nicht vorstellen. Trotzdem gibt sie ihr Debüt als Sängerin erst jetzt, mit 38-jährig – in einem Alter, in dem andere ihre Popkarriere längst an den Nagel gehängt haben. Den Hit schrieb sie für ihn Unvorhersehbare Ereignisse haben ihr Leben immer wieder in andere Bahnen gelenkt. «Die Ärzte gaben mir nur noch wenige Stunden», erzählt sie über die Hirnhautentzündung, an der sie mit 17 Jahren beinahe gestorben wäre, ehe sie nur Wochen später zur Miss United Kingdom gekrönt wurde. Bei den Miss-World-Wahlen wurde sie Dritte. Sie war bereits Sängerin und Songschreiberin für Warner Music und sammelte Lieder für ihr Debütalbum – als sie 2000 auf einer Party Ernesto Bertarelli kennen lernte, der sie zum Song «Black Coffee» inspirierte. Die Britin und der erfolgreiche Unternehmer heirateten – und das Liebeslied des Paares wurde zum Nummer-1-Hit. Allerdings nicht für Kirsty Bertarelli, sondern für die Girlgroup All Saints. «Ursprünglich war der Song für mein Debütalbum gedacht, doch dann hat die Band mein Demotape gehört und es so geliebt, dass ich nicht Nein sagen konnte, als sie es aufnehmen wollte», erklärt Kirsty. Ihr Vorname ist nun ihr Künstlername. Das passt einerseits nicht, ist sie doch inzwischen dreifache Mutter, anderseits durchaus, da ihre Songs noch eine gewisse Unschuld ausstrahlen. «Die ältesten Lieder stammen auch aus der Zeit, als ich noch ledig war», sagt sie. Ihr Gesang sowie Simply-Red-Produzent Andy Wright verleihen ihrer CD einen 80er-Jahre-Pop-Appeal, der teils an Bananarama («Robert De Niro’s Waitin») erinnert. Von den dreizehn Songs hat die Britin vier allein und acht zusammen mit Co-Autoren geschrieben – nur bei einem handelt es sich um eine Fremdkomposition. Bei einem der Songs, «Oceans», wurde sie sogar von Alinghi 5 inspiriert, dem Katamaran ihres Ehemannes. «Es ist ein faszinierendes Boot, so majestätisch.» Kirsty verfolgt die «America’s Cup»-Rennen zwar, scheint aber ebenso wenig von der Segelleidenschaft ihres Ehemanns gepackt worden zu sein wie dieser von ihrer Musikbegeisterung. «Nichts überstürzen» Eine Passion, die die beiden teilen, ist die Freude an der Natur. Von ihrem neuen Domizil Gstaad habe sie zwar noch nicht viel gesehen, da sie in den letzten Monaten überwiegend in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebten, doch in diesem Jahr sollte es mit dem Skifahren und Wandern klappen. Zeit dafür schafft sich Kirsty Bertarelli auch damit, dass ihr Album momentan erst in der Schweiz gepusht wird. Die internationale Lancierung soll später folgen. «Ich will Schritt für Schritt vorgehen und nichts überstürzen. Zunächst konzentriere ich mich auf die Schweiz», sagt sie. Reinhold HönleKirsty: «Elusive» (Universal). Am TV: «Benissimo», Sa, 16.Jan., 20.05 Uhr, SF1. >

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