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Mit richtigem Mass zum letzten Punkt

FussballEin Punkt trennt das Schweizer U-21-Nationalteam vom Vorstoss in den EM-Halbfinal. Vor der Partie gegen Weissrussland (heute, 20.45 Uhr SF2) ist eine höchst professionelle Haltung spürbar. Die Equipe kennt die Risiken und ist perfekt eingestellt.

Die Zwischenbilanz der Schweizer U-21-Nationalmannschaft an der EM in Dänemark ist makellos. Ohne Verlustpunkt und ohne Gegentor sind die SFV-Junioren nach den Siegen gegen Dänemark und Island in der Gruppe A topklassiert. Gegen die Weissrussen genügt heute Abend ein Remis zum Halbfinaleinzug. Ans Out denkt derzeit keiner. Mit dem «Worst-Case-Szenario» (Sieg von Dänemark und 0:1-Niederlage gegen Weissrussland) haben sich die Schweizer in ihrem Camp in Hobro nur marginal beschäftigt. Für sie zählt einzig der Vorstoss unter die besten vier. Die Schweizer sind unter Umständen gar doppelt auf gutem Kurs. Sollte England nach zwei Remis und erst einem Torerfolg in 180 Minuten in der anderen Gruppe am Sonntag Tschechien bezwingen, wäre den Schweizern das erste Olympiaticket seit 1928 nicht mehr zu nehmen. Grosse Selbstzweifel sind nach dem 1:0 gegen den EM-Gastgeber und nach der Demonstration gegen Island (2:0) auch nicht angebracht. Die Temperatur im Team von Trainer Pierluigi Tami stimmt. Übertriebene Euphorie herrscht nicht. Die Schweizer verheimlichen ihre Stärken zwar nicht, auf eine überzogene Selbstdarstellung verzichten sie aber eigentlich immer. Stabile Weissrussen Der mässigende und positive Einfluss der «älteren» Generation ist spürbar. Captain Yann Sommer, Timm Klose und Fabian Lustenberger – allesamt Vertreter des 88er-Jahrgangs, kanalisieren die teaminternen Ströme smart; sie leben das Teamwork vor und geben den Ton auch neben dem Rasen an. Zu öffentlichen Querelen ist es nicht gekommen. Die Frustbewältigung der Ersatzspieler passiert intern; die Unzufriedenen ordneten ihre persönlichen Ambitionen (bislang) dem EM-Ziel unter. Offenkundig steckt in der Schweizer U-21-Auswahl nicht nur spielerisches Potenzial, sondern auch Charakterstärke. Ihr ist es zuzutrauen, eine unerwartet negative Situation zu bereinigen. Sollte gegen Weissrussland nicht gleich alles plangemäss verlaufen, wird wohl keine flächendeckende Panik ausbrechen. Die taktische Stabilität ist ausgezeichnet; mental ist das Team ohnehin gefestigt. «Wir können gut mit schwierigen Situationen umgehen und verlieren die Geduld nicht so schnell», betonte Tami 24 Stunden vor der Partie gegen Weissrussland. Die gleiche Qualität attestierte der Schweizer Nationaltrainer indes auch dem Kontrahenten: «Die Weissrussen ändern ihren Stil kaum und bleiben ruhig, auch wenn es nicht läuft.» Gegen Italien haben die Osteuropäer im Playoff auf beeindruckende Weise ein 0:2-Handicap korrigiert und vor eigenem Publikum 3:0 gewonnen. Für Tami ist aus jener Partie einiges abzuleiten. Seine Warnung an jene, die in Westeuropa unbekannte Teams chronisch zu unterschätzen pflegen, ist deutlich: «Diese Mannschaft steht für Mut und Leidenschaft.» Personell sind im Team der Schweizer keine grundlegenden Umstellungen zu erwarten. «Es ist denkbar, dass ich keine Veränderungen vornehme.» Tami will den Rhythmus der bestmöglichen Formation nicht ohne Grund brechen; keiner ist verletzt, keiner klagte über Müdigkeitserscheinungen. Die Weissrussen sind hingegen gezwungen, erstmals mit einer anderen Startaufstellung zu operieren. Die Stammspieler Bukatkin und Politewitsch fehlen gesperrt. Keine Topquoten im TV Das Zuschaueraufkommen wird in Aarhus womöglich erneut sehr bescheiden ausfallen. Ausser den Dänen lockt nur die Starauswahl von Spanien viel Publikum an. Auch die TV-Quoten des Schweizer Fernsehens sind noch nicht überdurchschnittlich hoch: 270000 Zuschauer (17,5 Prozent Marktanteil) verfolgten die Liveübertragung der Partie gegen Dänemark. Gegen Island sassen 201000 (18,3 Prozent) vor dem Bildschirm. Andere Zahlen veröffentlichte die dänische Anstalt TV2: 1,097 Millionen sahen den missratenen Auftakt des Gastgebers gegen die Schweiz. «De Udvalgte», die Auserwählten, sind in Dänemark hoch im Kurs. Sven Schoch, AarhusSchweiz - Weissrussland Aarhus. – 20.45 Uhr (SF2 live). – SR Strömbergsson (Sd). – Mögliche Schweizer Startformation: Sommer (Basel); Koch (Zürich), Rossini (Sassuolo), Klose (Thun), Berardi (Brescia); Lustenberger (Berlin); Shaqiri (Basel), Frei (St.Gallen), Xhaka (Basel), Emeghara (Grasshoppers); Gavranovic (Schalke). >

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