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Neu lockt Spiez ältere Pauschaltouristen

tourismusAlles neu macht derJanuar: Um das schwache Winter-

Angriff ist bekanntlich die beste Verteidigung: Was vorab im Sport Gültigkeit hat, soll nun auch für den Spiezer Tourismus taugen. Darum werden heute Dienstag 10000 Hochglanzpostkarten verschickt. Absender: die Spiez Marketing AG (Smag) als lokale Standortverkäuferin. Empfänger: 65- bis 75-jährige Seniorinnen und Senioren aus der Nordost- und Nordwestschweiz – oder 10000 potenzielle Besuchende. «Aus diesen Regionen haben wir viele Gäste», begründet Stefan Seger die Auswahl der Angeschriebenen. Deren Anschriften haben sich die Spiezer bei einem auf Adressdaten spezialisierten Händler eingekauft. Smag-Geschäftsführer Seger ist der Vater der jüngsten Offensive. Sie trägt den Titel «Genuss und Geselligkeit in Spiez – dem Kraftort am Wasser». Sie ist ein waschechtes Pauschalarrangement, eines mit Rahmenprogramm. Bunker-Romantik inklusive Damit werde im lokalen Tourismus Neuland beschritten, sagt Seger. «Ein Pauschalangebot mit verschiedenen Anbietern hat es in Spiez noch nie gegeben.» Ihm sei auch im Oberland kein vergleichbares Angebot bekannt. Es soll das flaue Wintergeschäft im Ort mit der angeblich schönsten Bucht Europas ankurbeln. Denn auch der Marketingmann weiss: Zu dieser Jahres- respektive touristischen Unzeit hat der Ferienort wenig bis nichts zu bieten. Das soll sich nun ändern. Spricht Stefan Seger von diesem Package, spricht er vom «neusten Kind». Konkret wird das «Neugeborene» im Doppelpack angeboten. Die Pauschale gibt es sowohl à fünf als auch à sieben Tage. Entweder ab dem 22. oder 29.Januar kann der Winter «fernab vom Trubel der Wintersportorte genossen werden» (verspricht die Werbung). Schönheit und Ruhe seien Trümpfe von Spiez – «auf diese Stärken setzen wir», sagt Seger. Nebst vier oder sechs Übernachtungen bleibt nicht nur – aber auch – reichlich Zeit für Musse. Und trotzdem wird einiges geboten: ein Rundgang zu den Spiezer Kraftorten, ein Erlebnisausflug auf das Stockhorn, ein Tanznachmittag oder eine Winterwanderung, ein Kurs über Bewegung und Ernährung im Alter, ein Besuch beim Rebbau Spiez und im Tropenhaus Frutigen sowie ein Candle Light Dinner im Nobelhotel Eden. Ein bleibendes Erlebnis dürfte der Fondue-Plausch unter Tage sein: Er wird in der Ex-Armeefestung Heinrich in Hondrich «ausgegabelt». Das Ganze hat seinen Preis, ist ab 614 Franken pro Person (5-Tage-Pauschale in den 3-Stern-Hotels Seegarten und Gwatt-Zentrum) bis 1469 Franken (7-Tage-Pauschale im 4-Stern-Superior-Hotel Eden) zu haben. Inklusive sind die Abend- sowie zwei Mittagessen, auf den Einzelzimmerzuschlag wird bewusst verzichtet. Wer soll sich die geruhsamen Tage am Thunerseeufer leisten? «Unsere Zielgruppe sind Senioren mit einer gewissen Finanzkraft», wie sich Stefan Seger ausdrückt. Oder: reifer und reicher. 50 von 10000 sollen kommen Die Idee sei klar, dass das Angebot keine Eintagsfliege, sondern vielmehr ausbaufähig sein soll. Um möglichst viele Kontakte von potenziellen Feriengästen zu erhaschen, ist die Offensive mit einem Wettbewerb gekoppelt. Die Auswertung am Schluss sei wichtig, sagt Stefan Seger. Er ist stolz, mit seinem Team im Alleingang ein solches Angebot erarbeitet zu haben. «Das wurde auch von Seiten Thunersee Tourismus mit Wohlwollen registriert.» Mit der Dachorganisation arbeitet man eng zusammen – über sie werden auch die Reservationen getätigt. Einen «tiefen fünfstelligen Betrag» lassen sich die Spiezer die Aktion kosten. Für Rechner: Eine Postkarte kostet – Porto, Druck und Adresse – rund einen Franken. Natürlich wurde beim Kreieren des Winterangebots ein quantitatives Ziel definiert. Ortsmarketingchef Seger sagt: «Bei meinem Ex-Arbeitgeber in der Telekommunikationsbranche ging man bei Marketingoffensiven von einer Erfolgsquote von 1 Prozent aus. Ich glaube, da sind 0,5 Prozent oder 50 Gäste aus der Winterpauschale nicht zu hoch gegriffen.» Wie sportlich dieses Ziel ist, wird sich nach dem Angriff auf die 10000 finanziell potenten Schweizer Senioren weisen. Jürg Spielmann>

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