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Ohrfeige für unabhängige Lenker

368 Lenker Stimmbürger diskutierten kontrovers und emotional über die Zukunft der Lenker Badi. Sie stimmten dem Kredit von 3,3 Millionen Franken schliesslich zu. Keine Freude daran hat die Unab-hängige Partei (UP) Lenk.

Ja zum Projekt Erlebnisbad Lenk-Simmental: 368 Stimmberechtigte stimmten dem Gemeindekredit von 3,3 Millionen Franken zur Sanierung der Lenker Badi zu. Dies bedeutet eine Ohrfeige für die Unabhängige Partei (UP) Lenk: Ihr Vorschlag, den Kredit für die Sanierung der Lenker Badi zurückzuweisen und das Bad anstatt in einem Jahr, etappenweise zu bauen, wurde am Dienstagabend eindeutig abgelehnt. Wir haben die Fakten zum Projekt Erlebnisbad Lenk-Simmental bereits vorgestellt: Im Grundsatz sieht das Projekt vor, das Hallen- und Freibad um- und auszubauen. Es soll mit neuen Attraktionen wie einem Aussenbecken, Sprudelliegen, Kinderplanschbecken, einer Saunabeheizung und einer 80 Meter langen Rutschbahn ausgestattet werden. Ausserdem soll die Wärmedämmung nach Minergiestandard verbessert werden. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf total 8,4 Millionen Franken. Der Anteil der Gemeinde Lenk beträgt 3,3 Millionen Franken. Das Ziel des Rates ist gemäss dem neu überarbeiteten Finanzplan die Realisierung der Projekte ohne Steuererhöhung zu verwirklichen. Mit dem Verkauf der Schulhäuser Boden und Pöschenried soll Geld beschaffen werden (siehe Kasten). Kontroverse um Badi-Kredit Dem «Ja» zum Kredit für die Badi-Sanierung gingen emotionale Reden von diversen Lenker Stimmbürgern voraus. Hans-Peter Böhlen von der UP Lenk verlangte, dass das Geld für die Sanierung der Badi zuerst komplett sichergestellt werden müsse. «Die Badi soll etappenweise ausgebaut werden», sagte Böhlen und präsentierte den Bürgern drei Ausbauvarianten (mini, midi und maxi). Er beantragte «die Vorlage des Gemeinderates für den Vollausbau des Erlebnisbades Lenk-Simmental mit dem Auftrag zurückzuweisen, anlässlich der Versammlung im kommenden Dezember das Geschäft in Varianten erneut vorzulegen.» Nach dem Antrag von Hans-Peter Böhlen trat ein sichtlich verärgerter André Troxler, Lenker Unternehmer, vor die Bürger: «Das, was ich soeben gehört habe, ist alles andere als gesund. Es ist an der Zeit, dass wir an der Lenk vorwärts schauen und in unsere Zukunft investieren. Wir leben hier vom Tourismus und müssen unseren Gästen etwas bieten. Als Geschäftsmann gehe ich täglich Risiken ein. Stimmen wir dem Badi-Kredit zu, handelt es sich um ein kalkulierbares Risiko, das wir eingehen können — nein, sogar müssen!». Der Rede von Troxler folgte starker Applaus. So war die Abstimmung dann auch nur noch Formsache: Die Lenker Stimmbürgerinnen und Stimmbürger gaben dem Antrag der Gemeinde mit nur drei Gegenstimmen den Vorzug. Grössere Mehrzweckhalle? Die Gemeindeversammlung hiess im Weiteren den Planungskredit von 120000 Franken für den Neubau einer Mehrzweckhalle gut. Zusätzlich wurde der Antrag des Bürgers Roland Rieder gutgeheissen. Dieser verlangt eine Halle von 14 x 42 Metern Grösse (Spielmass) anstatt wie von der Gemeinde vorgesehen in der Grösse von 14 x 28 Metern. Rieder begründete sein Anliegen wie folgt: «Eine kleinere Halle bauen zu wollen, beruht auf kurzfristigem Denken. Bauen wir eine grössere, so wird es künftig möglich sein, an der Lenk grössere Sportturniere auszutragen oder auch eine Gewerbeausstellung durchzuführen.» Auch ist zu bemerken, dass besagte Halle am Dienstagabend mit fast 400 Stimmbürgern aus allen Nähten platzte 4,3 Millionen Franken Die bestehende Turnhalle beim Schulhaus Dorf ist stark sanierungsbedürftig ist. Ausserdem fehlen Trainingsmöglichkeiten für einheimische Vereine. Zeitgemässer Sportunterricht ist darin nicht mehr möglich. Abklärungen von Seiten der Lenker Gemeinde haben einen Investitionsbedarf von rund 700000 Franken ergeben (wir berichteten). Die Kosten für einen Hallenneubau belaufen sich gemäss einem Wettbewerbsergebnis aus dem Jahr 1991 auf rund 8 Millionen Franken, die für den Gemeinderat zur Zeit indes nicht tragbar sind. Zwecks Alternativen hatte der Lenker Rat die einheimischen Architekturbüros zu einer Ideenstudie eingeladen. Die eingereichten Arbeiten wurden durch eine Fachjury begutachtet und die Studie der Firma archart GmbH zum Sieger erkoren. Das Projekt sieht eine Halle in der erwähnten Grösse (14 x 28 Meter) vor, die nördlich an den Trakt der Primarschule angebaut würde. Die geschätzten Kosten belaufen sich gemäss dem Gemeinderat auf 4,3 Millionen Franken. Bereits im Juni wurden Gesuche beim kantonalen Lotteriefonds und beim Sportfonds eingereicht. Es wurden Beiträge in der Höhe von rund 1,4 Millionen Franken mündlich in Aussicht gestellt. Der Antrag des Gemeinderates mit dem Zusatz von Roland Rieder wurde schliesslich mit 330 Ja-Stimmen angenommen. Mit dem Ergebnis wird der Gemeinderat also beauftragt, zusätzlich eine um 14 Meter verlängerte Doppelhalle zu prüfen und dem Souverän als Variante vorzulegen. Geplant ist, das Projekt an der Dezemberversammlung 2011 zum Beschluss zu unterbreiten. Ob die Einhaltung des Terminplans mit diesem Zusatzantrag möglich ist, kann zur Zeit nicht abgeschätzt werden. Sarah McGrath-Fogal >

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