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Ostermundigens teure Bernstrasse

Tram Region BernWährend das Tram in Köniz mehrheitlich auf Kantonsstrassen rollen wird, hat Ostermundigen das Nachsehen. Die Bernstrasse ist eine Gemeindestrasse. Warum eigentlich?

Sind Ostermundigen und Köniz dereinst mit einem Tram verbunden, wird dieses auf Könizer Gebiet zu rund achtzig Prozent auf Kantonsstrassen fahren. In Ostermundigen sieht das anders aus. Die Bernstrasse als Hauptachse der Gemeinde gehört auch der Gemeinde. Das wird Ostermundigen beim Projekt «Tram Region Bern» finanziell stärker belasten. Weshalb die Bernstrasse keine Kantonsstrasse ist, leuchtet auf Anhieb nicht ein. Vielleicht liesse sie sich ja dem Kanton schenken, schlug diese Woche ein Leser auf der Onlineplattform Bernerzeitung.ch vor. Doch Ulrich Seewer, Leiter der Abteilung Gesamtmobilität beim Kanton Bern, stellt klar: Die Besitzverhältnisse der Bernstrasse können im Rahmen des Tramprojektes nicht verändert werden. Seewer hat auch eine Erklärung dafür, weshalb die Strasse in Gemeindebesitz ist: «Sie dient primär dem Ortsverkehr.» Daneben verfüge Ostermundigen über eine Umfahrungsstrasse – und die gehöre dem Kanton und werde von diesem finanziert. In Köniz hingegen gebe es keine Umfahrung. «Der gesamte Verkehr Richtung Längenberg und Schwarzenburg rollt durch die Gemeinde.» Deshalb gehören diese Strassen dem Kanton. «Kein grosser Nachteil» Allerdings macht Seewer auch deutlich: Alles, was direkt mit der Traminfrastruktur zu tun hat, wird auch Ostermundigen auf der Bernstrasse nicht selber bezahlen müssen. Umgebungsarbeiten wie die Trottoirs oder die Neugestaltung der Plätze hingegen entfallen auf die Gemeindekasse. Die heutige Bernstrasse sei sanierungsbedürftig, die Gemeinde müsste dies ohnehin angehen. «Durch das Tram entstehen ihr keine grossen Mehrkosten», sagt Seewer. Er sieht deshalb keinen grossen Nachteil für Ostermundigen. «Matchentscheidend wird das nicht sein.» Die Kriterien für die Finanzierung des Trams seien in Bern, Köniz und Ostermundigen die gleichen. «Nur die Ausgangslage ist anders.» Auf die drei Gemeinden, durch die das Tram Region Bern fahren soll, kommen happige Kosten zu. Wie letzte Woche bei der Präsentation des Vorprojektes bekannt wurde, kostet das Tram nicht wie ursprünglich angenommen 260 Millionen, sondern 550 Millionen Franken. Davon übernimmt der Kanton 300 Millionen, der Bund beteiligt sich voraussichtlich mit 120 Millionen Franken. Für die drei Gemeinden bleiben insgesamt trotzdem noch 90 Millionen Franken. Der genaue Kostenteiler ist nun Gegenstand der bis im Sommer laufenden Abklärungen. Wer wie viel bezahlen muss, hängt davon ab, wie stark die Umgebung der Tramlinie in den jeweiligen Gemeinden aufgewertet wird. Nach den Beiträgen von Kanton, Bund und Gemeinden fehlen im Budget für das Tram noch 40 Millionen Franken. Für diesen Restbetrag kommen andere Stellen wie etwa die Eigentümer von Werkleitungen auf.Lucia ProbstSandra Rutschi>

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