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Pulver krebst nicht zurück

VolksschuleZürich hat letztes Jahr auf die Umsetzung der Integration behinderter Kinder verzichtet. SVP-Grossrat Peter Brand will nun vom Berner Erziehungsdirektor wissen, ob auch er bei der Integration zurückkrebst.

Artikel 17 des Volksschulgesetzes hat es in sich: Seit im Kanton Bern die Mädchen und Buben aus den Kleinklassen in regulären Schulen unterrichtet werden, reissen die Klagen von Lehrern und Schulleitungen nicht ab. Im Kanton Zürich ist die sogenannte Integration letztes Jahr gescheitert. SVP-Grossrat Peter Brand (Münchenbuchsee) will deshalb in einer Interpellation vom Berner Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) wissen, wie weit Artikel 17 im Kanton Bern umgesetzt ist, ob die dafür nötigen finanziellen Mittel vorhanden seien und ob sich der Regierungsrat vorstellen könne, wie Zürich die Übung abzubrechen. Zürich wollte massiv sparen Einen Übungsabbruch kann sich Pulver nicht vorstellen. Bei der Umsetzung des Artikels 17 handle es sich nicht um einen Schulversuch, sondern um einen gesetzlichen Auftrag. Auch sei die Situation im Kanton Bern nicht mit jener in Zürich vergleichbar, schreibt Pulver in der Interpellationsantwort. In Zürich sei das zentrale Element des Konzepts gewesen, dass behinderte Kinder und Jugendliche wenn immer möglich in die reguläre Schule hätten integriert werden sollen. Die Lehrkräfte wären dafür vermehrt von Heilpädagogen unterstützt worden. Gleichzeitig, so Pulver weiter, habe der Kanton Zürich beabsichtigt, durch die Reform im sonderpädagogischen Bereich 17 Millionen Franken einzusparen. Dass die Gemeinden dadurch entsprechend stärker belastet worden wären und dass die Umsetzung der Integration «von oben» verordnet worden sei, hat laut Pulver in Zürich zum Abbruch geführt. Im Kanton Bern dagegen sei das zentrale Element der Integration, weniger Kinder und Jugendliche mit Lernstörungen, Lernbehinderungen oder mit Migrationshintergrund in Kleinklassen zuzuweisen. «Die Integration von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung bleibt im Kanton Bern auch mit der Umsetzung des Integrationsartikels die Ausnahme.» Kein Zwang zur Auflösung Im Kanton Bern sei das Geld für die Integration vorhanden, so Pulver. Im Gegensatz zum Kanton Zürich sei hier die Umsetzung von Artikel 17 nicht mit einer Sparmassnahme gekoppelt worden. «Insgesamt stehen für besondere pädagogische Massnahmen rund 122 Millionen Franken zur Verfügung.» Damit gibt der Kanton 12 Millionen mehr aus als noch im Jahr 2009. Hinzu kämen noch 5,3 Millionen Franken für neue und bisherige Entlastungsmassnahmen für Klassen, die durch die Integration besonders belastet seien. Für die Integration von Kindern mit einer geistigen Behinderung oder mit Autismus könne der Kanton Lektionen im Umfang von etwa 10 Millionen Franken bewilligen. In seiner Antwort betont Pulver, dass die Integration bereits weit fortgeschritten sei, sowie den grossen Handlungsspielraum der Gemeinden. Pulver: «Es gibt keinen Zwang zur Auflösung aller Kleinklassen.» pd/as>

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