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St. Galler AG kauft Hotel in Krattigen

Bellevue-BärenDas seit September 2009 leer stehende Hotel mit Wohnhaus ging

«So viele Leute hatten wir hier im Sitzungszimmer noch nie», erklärte Dienststellenleiter Heinz Aebi gestern im Schloss Interlaken. Er führte dort die konkursamtliche Versteigerung des Hotel-Restaurant Bellevue-Bären von Krattigen durch. In der Tat musste gut ein halbes Dutzend der über 30 Personen stehen. Aebi erklärte kurz die Formalitäten und startete in der Folge mit der Versteigerung des Hotels (Verkehrswert 1,46 Mio.). Ein Hotelier aus Spiez stieg mit 750000 Franken ein. Als Hauptgläubigerin trieb dann die Raiffeisenbank Jungfrau Interlaken mit 1 Million Franken den Tarif in die Höhe. Bald wurde klar, dass ein Telefon-Bieter das Objekt wollte. Marius Holtkott kommunizierte am Handy in Englisch mit seiner Auftraggeberin, der San Lorenzo AG mit Sitz in St. Gallen. Die Waldrösli AG Schwendibach und die Bank boten mit, bis das Hotel schliesslich für 1,31 Millionen Franken provisorisch der San Lorenzo AG zugeschlagen wurde. Begehrtes Wohnhaus Auf bloss 50000 Franken lautete dann das erste Angebot für das benachbarte Wohnhaus (Verkehrswert 260000 Franken). Die Bank bot in Schritten bis 300000 Franken mit, bevor sich dann die San Lorenzo AG mit zwei noch verbliebenen Privatpersonen um das Objekt stritt. Doch für 410000 Franken ging das Haus unter Vorbehalt an die St. Galler AG. Dies darum, weil in einem dritten Schritt nun noch um das Gesamtpaket – Hotel mit Wohnhaus – geboten werden konnte. Da jedoch niemand mehr als die 1, 72 Millionen Franken (1,31 Mio. plus 410000 Franken) zu bieten bereit war, ging der Zuschlag definitiv an die San Lorenzo AG. Marius Holtkott leistete die nötige Anzahlung von 340000 Franken für seine Auftraggeberin per Bankcheck. Wer steckt dahinter? Holtkott ist selber Hoteldirektor und war früher Hotelbesitzer in der Region Oberland. «Heute arbeite ich als freischaffender Berater und Makler», erklärte er nach der Versteigerung. Die San Lorenzo AG sei eine in St. Gallen registrierte Aktiengesellschaft, welche in der Schweiz mehrere Hotels und Restaurants betreibe. Unter der Linie «Swiss Dreams Hotels» gehöre zum Beispiel das Du Nord in Interlaken dazu. Auf die Geldgeber im Hintergrund angesprochen meinte er: «Es ist kein Geheimnis, dass sich in dieser AG Investoren aus dem asiatischen Raum engagieren.» Beim Bellevue-Bären handle es sich nicht um einen spekulativen Kauf, versicherte Holtkott. Doch bis der Betrieb als Restaurant-Hotel wieder aufgenommen werden könne, gebe es viel zu sanieren. Die ursprüngliche Besitzerin Elisabeth Müller zeigte sich zwar enttäuscht, dass kein Einheimischer Besitzer wurde, hofft aber trotzdem, dass der Betrieb bald wieder in ihrem Sinne eröffnet werden kann. Verhalten optimistisch zeigte sich auch Krattigens Gemeindepräsident Christian Kummer, der mit seinem Vizepräsidenten Jürg Schmocker vor Ort war. Peter Rothacher>

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