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Thun erreicht den 3. Platz

thunWelches ist die ausländerfreundlichste Gemeinde der Schweiz? Es ist die 844-Seelen-Gemeinde Wald in Appenzell Ausserrhoden, gefolgt von den Städten Zürich und Thun. Insgesamt bewarben sich gut 50 Gemeinden für diese Ausschreibung des Vereins Second@s Plus Schweiz.

Können Ausländerinnen und Ausländer abstimmen und wählen? In welchen Gremien können sie vertreten sein? Wie ist das Abstimmungsverhalten der Stimmberechtigten an der Urne in Ausländerfragen? Wie hoch ist der Ausländeranteil? Wie wird bei Einbürgerungen vorgegangen, wie werden sie gestaltet? Was tut die Gemeinde in Sachen Integration? Dies sind einige der zehn Kriterien, nach welchen der Verein Second@s Plus Schweiz die «ausländerfreundlichste Gemeinde der Schweiz» bestimmen wollte – und es auch tat. Mit folgendem Ergebnis: Wald AR erreichte Rang eins, Zürich Rang zwei und Thun Rang drei. Doch der Reihe nach: Anfang 2011 hat der Verein sämtliche Gemeinden und Private dazu eingeladen, Vorschläge zur Kür der «ausländerfreundlichsten Gemeinde der Schweiz» einzureichen. «In Zeiten, in denen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit immer salonfähiger werden, wollen wir ein positives Zeichen setzen – und uns bei jenen Gemeinden bedanken, die sich in Sachen Integrationsarbeit vorbildlich und fortschrittlich verhalten», erklärt das Vorstandsmitglied Halua Pinto de Magalhães die Idee für diesen Wettbewerb. Das Ergebnis: Von Privatpersonen und Gemeindebehörden gingen rund 50 Anmeldungen ein. Der Verein prüfte diese anhand eines Kataloges mit 10 Kriterien. Thun: 30 von 100 Punkten Am meisten überzeugte den Verein die Gemeinde Wald AR, die mit 55 von 100 Punkten auf dem ersten Platz und somit die «ausländerfreundlichste Gemeinde» der Schweiz ist. Auf Rang zwei mit 50 Punkten wurde die Stadt Zürich gewählt, auf Rang drei die Stadt Thun. «Wald sticht heraus, weil die Gemeinde das Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer auf kommunaler Ebene hat, einen Holländer in das Gemeindeparlament gewählt hat und die Einbürgerungsverfahren sehr offen ausgestaltet sind», begründet das 25-jährige Second@s-Vorstandsmitglied. Sein Vater stammt aus Moçambique und die Mutter aus der Schweiz; er selber ist hier geboren und kandidiert für den Nationalrat. In Wald wohnen 844 Personen in 360 Haushalten, 9 Prozent sind ausländische Staatsangehörige. Sie führte als erste Gemeinde in der Deutschschweiz 1999 für sie das Stimm- und Wahlrecht ein. «Wir sind stolz» In Bern fand kürzlich die Preisverleihung statt, an welcher Regina Suhner Kuhn, Leiterin des Kompetenzzentrums Integration Thun-Oberland, teilnahm. Sie vertrat Fred Hodel, der in den Ferien weilt und die Bewerbung als Beauftragter für Integration der Stadt Thun eingegeben hat. «Dieser Wettbewerb ist unterstützungswürdig – und wir sind stolz auf unseren dritten Rang», sagt sie. Dieser habe die Stärken der Fachstelle und ihres Engagements aufgezeigt, zum Beispiel im Bereich der Früherfassung sowie in den Partnerschaften mit Migrationsorganisationen und deren Einbezug in den Quartierforen. Thun weist einen Ausländeranteil von 8,8 Prozent auf. Gemeinderätin Ursula Haller (BDP) freute sich ebenfalls: «30 von 100 Punkten ist zwar nicht alle Welt, doch es bestärkt uns in unserer fast 40-jährigen aktiven Integrationsarbeit.» Da vor allem Punkte beim Stimm- und Wahlrecht sowie bei Abstimmungsresultaten zu Integrationsthemen vergeben würden, habe Thun nicht mehr erhalten. «Leider können wir dabei wenig Einfluss nehmen – und geplant ist im Moment zum Beispiel punkto Stimm- und Wahlrecht nichts.» 21 Prozent sind von anderswo In der Schweiz leben 1,75 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln aus über 160 Nationen. Das ist ein Anteil von 22,3 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Nahezu ein Viertel aller Ausländerinnen und Ausländer ist in der Schweiz geboren. «Unserer Ansicht nach schadet es der Demokratie, wenn rund ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung kein Stimmrecht hat», schreibt der Verein Second@s Plus auf seiner Homepage. Und: «Ausländerinnen und Ausländer leisten einen wesentlichen Beitrag zum Wohlstand der Schweiz – und der allergrösste Teil von ihnen ist noch nie negativ aufgefallen.» Franziska Streun>

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