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Was passiert mit dem MS Stadt Bern?

Bald wird die Thuner Casino Ländte wieder verwaist daliegen: Am 17. Oktober endet die Ausstellung auf dem stillgelegten Motorschiff Stadt Bern. Was danach mit dem Schiff geschieht, wird derzeit eifrig diskutiert und geprüft.

«Letzte Tage – nicht nur für die Ausstellung, auch für das Schiff», steht derzeit angeschrieben am Motorschiff (MS) Stadt Bern. Von morgen bis und mit Sonntag, 17. Oktober, ist die Kunst- und Jubiläumsausstellung zur 175-jährigen Schifffahrt auf dem Thunersee noch zugänglich. Was danach mit dem werterhaltend stillgelegten Motorschiff von 1956, das exklusiv für diese Umnutzung als Kulturschiff an die erste Ländte des Thunersees im Casino geführt wurde, geschieht? «Wir sind intensiv daran, Ideen zu entwickeln und auf ihre Realisierung hin zu prüfen», verrät Heinrich Gartentor alias Martin Lüthi, Künstler und Initiant des Ausstellungsschiffs. Kulturschiff oder Schrott? «Eine Möglichkeit sehe ich darin, die ‹Stadt Bern› als Kulturschiff für Veranstaltungen und Ausstellungen zu nutzen», skizziert Gartentor sein Folgeprojekt. «Für die BLS als Besitzerin böte sich beispielsweise die Möglichkeit, ihre eigene Firmengeschichte und diejenige des Oberländer Tourismus auf einem Zeitzeugen darzustellen.» Denn das fehle bisher. Noch weiter geht der Plan, das Kulturschiff soweit auf Vordermann zu bringen, dass es bei Bedarf vom Ausstellungs-, respektive Veranstaltungsort abgezogen und als Entlastung bei hohem Passagieraufkommen als Kursschiff eingesetzt werden kann. «Weitere Besucher und Schiffsliebhaber haben Ideen entwickelt wie jene eines Hotelschiffs, das auf dem Thunersee kreuzen und beispielsweise bei einem Kongress im neuen KKThun oder beim Swiss Economic Forum in Interlaken eingesetzt werden kann», führt Gartentor weiter aus. Ein passionierter Taucher habe den Vorschlag eingereicht, wenn das MS Stadt Bern verschrottet werden müsse, könnte es von umweltschädigenden Elementen befreit und als Taucherattraktion im Thunersee versenkt werden. Und auch die Idee einer Seniorenresidenz, die vor Jahren durch Thun geisterte, ist in der aktuellen Diskussion um die Zukunft der «Stadt Bern» wieder aufgetaucht. BLS wartet noch ab Und was sagt die Besitzerin zu den ehrgeizigen Plänen? Sicher ist, dass die Zukunft des MS Stadt Bern die Gemüter seit dessen Stilllegung im Jahr 2004 bewegt. «Gemäss unserer Flottenstrategie wird dasMS Stadt Bern nur noch für Alternativnutzungen verwendet, also beispielsweise als Location für Ausstellungen», nimmt Michael Lüthi, Leiter Schifffahrt Berner Oberland, Stellung. Damit scheint immerhin die Umnutzung als Kulturschiff in realisierbare Nähe gerückt zu sein. Festlegen will sich Lüthi aber nicht. Denn die beiden Schwesterschiffe der «Stadt Bern» – die «Stadt Thun» und der «Bubenberg» – bleiben nach wie vor im Einsatz als Kursschiffe. Letzteres wird im Winter 2012/2013 komplett saniert und auf den neuesten Stand gebracht, wie Lüthi verrät. Spätestens dann wird über das endgültige Schicksal des MS Stadt Bern entschieden, wie der Leiter Schifffahrt bekannt gibt: «Sofern sich bis dahin keine Alternativnutzung für die ‹Stadt Bern› abzeichnet, wird diese rückgebaut.» Will heissen: verschrottet. Bis es soweit ist, tüftelt der Künstler und Kulturschiff-Initiant Heinrich Gartentor weiter an möglichen Umnutzungen «seines» MS Stadt Bern. Und bis zum letzten Tag, wenn die Ausstellung auf dem Schiff am Sonntag endet, realisiert er weitere Kunstprojekte, stellt die Ausstellung um und gewährt Einblicke in ein Schiff, das von 1956 bis 2004 auf dem Thunersee zur Freude der Passagiere über die Wellen glitt. Und das mit der Thuner Künstlerin Marianne Baumann seinerzeit die erste weibliche Matrosin während der Sommermonate anheuerte. Mit Spannung erwartet wird auch der 28. Oktober; dann wird das MS Stadt Bern von der Thuner Casino Ländte zurück geführt in die Schiffswerft der BLS am Lachenkanal. Vielleicht nicht der letzte Höhepunkt im 54-jährigen Leben der «Stadt Bern».HeinerikaEggermann DummermuthDie exklusive Kunst- und Jubiläumsausstellung auf dem MS Stadt Bern, das derzeit an der Casino Ländte von Thun vertäut liegt, dauert noch bis Sonntag, 17. Oktober. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag jeweils 11 bis 19 Uhr. •www.gartentor.ch>

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