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YB-Sprecher: Nur die Schweiz hat ein Finalissima-System

Das Ende der Finalissima droht. Nicht einmal die Spitzenklubs verteidigen die künstliche Dramatisierung der Meisterschaft.

«Klar ist» für den Berner Polizeidirektor Käser, «dass der Staat in Zukunft nicht mehr einfach für alle Sicherheitsmassnahmen, die für solche Hochrisikospiele notwendig sind, aufkommen kann». Käser nennt – was sonst nicht üblich ist – die Zahl der im Einsatz gestandenen Polizisten: «Für die Finalissima am letzten Wochenende war ein Aufgebot von 600 Polizisten nötig.» Sein simples Fazit: «Das ist einfach zu viel.» Klubs gegen Finalissima Die Forderung des Berner Staatsanwalts Lopez, die Finalissima abzuschaffen, kommt fast rundum gut an. Käser findet den Vorschlag interessant und will ihn prüfen. Noch erstaunlicher ist, dass selbst die Fussballklubs offenbar genug haben, von den Jahr für Jahr absehbaren Ausschreitungen bei der Finalissima. Auch die Spitzenklubs der Schweizer Super League unterstützen die Forderung des Berner Staatsanwaltes Lopez. «Wir sind der Ansicht, dass es nicht nötig ist, mit einem speziellen Spielplan für die zweite Saisonhälfte künstlich Spannung zu erzeugen», betont YB-Pressechef Albert Staudenmann auf Anfrage. Denn es sei unbestritten, dass solche Finalissima wie vom vergangenen Wochenende ein grosses Gewaltpotenzial beinhalteten. Dies habe sich bereits bei den schweren Ausschreitungen im Jahr 2006 im Spiel Basel - Zürich gezeigt. Sonderfall Schweiz Die Liga müsse sich Gedanken machen, künftig den Spielplan für die ganze Saison zu erstellen, sagt Staudenmann und verweist darauf, dass die Schweiz die einzige Liga in Europa sei, welche dieses System kenne. Problem des Verbandes Sogar die eigentlichen Macher der umstrittenen Spielpläne diskutieren über die Abschaffung der künstlichen Dramatisierung: «Wir überlegen uns selber auch, ob wir die Spielplangestaltung ändern sollten», sagt Swiss-Football-League-Sprecher Roger Müller. «Die interne Diskussion läuft bereits seit einiger Zeit.» Anpassungen des Spielplans könne die Swiss Football League allerdings nicht einfach so umsetzen, «weil wir laufende Verträge haben – unter anderem mit Fernsehstationen», sagt Müller. Man dürfe zudem nicht vergessen, dass es auch bei einer entsprechenden Änderung des Spielplans weiterhin zu meisterschaftsentscheidenden Direktbegegnungen kommen könne und werde. mischa Aebi/gr. >

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