1,2 Millionen besser als budgetiert

Meiringen

Die Gemeinde profitierte 2017 unter anderem von Steuerteilungen von über 460'000 Franken. Statt des budgetierten Aufwandüberschusses schliesst der Gesamthaushalt mit knapp einer Million Franken im Plus ab.

Unerwarteter Geldsegen für die Gemeinde Meiringen.

Unerwarteter Geldsegen für die Gemeinde Meiringen.

(Bild: Bruno Petroni)

Nathalie Günter@nathalieguenter

Zu Beginn der Gemeindeversammlung in der Aula Kapellen konnte Gemeindepräsident Roland Frutiger den «verlorenen Sohn» Stefan Abplanalp zurück in Meiringen begrüssen. Abstimmen durfte der neue Cheftrainer des Regionalen Leistungszentrums des Ski-Alpin-Kaders Haslital-Brienz aber noch nicht, seine Schriften sind erst seit zwei Monaten deponiert. So blieben 41 Stimmbürger übrig.

Prägend, aber unbeeinflussbar

Das letzte Jahr meinte es gut mit Meiringen: Dank einer Steuerteilung, die vier Firmen betrifft, nahm die Gemeinde unerwartete 463'687.95 Franken ein. «Das ist an sich ein extrem hoher Betrag», sagte Finanzverwalter Bernhard Jakob im Anschluss gegenüber dieser Zeitung. Dies darum, weil sich dieser über sieben Jahre (2009–2015) kumulierte.

Jakob: «Die Steuereinnahmen haben die Jahresrechnung geprägt, aber ­beeinflussen konnten wir nur einen ganz kleinen Teil.» Statt des budgetierten Aufwandüberschusses von 195'800 Franken resultierte in der Endabrechnung ein Ertragsüberschuss von 851'859.69 Franken im allgemeinen Haushalt.

Die drei Spezialfinanzierungen Abwasser, Abfall und Seilbahnkompetenzzentrum schlossen, praktisch gemäss Budget, mit einem Ertragsüberschuss von 139'197.52 Franken ab. Der Gesamthaushalt, der alle Bereiche der Jahresrechnung zusammenfasst, schloss somit positiv mit 991'057 Franken ab, knapp 1,2 Millionen besser als budgetiert.

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, mit ­diesem Eigen­kapital können wir uns den Handlungsspielraum bewahren.»Bernhard Jakob, Finanzverwalter

Dadurch steigt der Bilanzüberschuss (ehemals das Eigenkapital) auf 6,6 Millionen Franken. Geld, das die Gemeinde gut gebrauchen kann, stehen doch mit der Turnhalle, dem Casinoplatz, der Tramhalle (siehe Text unten) oder im Rahmen des Lehrplans 21 verschiedene Investitionen an.

Das gesamte Eigenkapital beläuft sich nun auf 15,6 Millionen Franken. «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, mit diesem Eigenkapital können wir uns den Handlungsspielraum bewahren», so Jakob. Die anwesenden Stimmbürger genehmigten die Jahresrechnung einstimmig und ohne Voten.

Zonenplan angepasst

Für das Quartier Alpbächli, das neben dem Freibad liegt, soll künftig mit Energie aus dem Grundwasser mit Wärme versorgt werden – ein Projekt der Alpen Energie. Der Kredit von 700'000 Franken wurde bereits an der Dorfgemeindeversammlung im Dezember 2016 genehmigt. Für die Umsetzung ist ein Technikgebäude auf der Spielwiese des Freibads notwendig, was wiederum eine Zonenplanäderung mit sich bringt. Die Versammlung genehmigte die entsprechende Ergänzung im Baureglement einstimmig.

Sie nahm zudem zur Kenntnis, dass der Kredit von 130'000 Franken für die Sanierung des Dachs beim Schulhaus Unterbach um knapp 30'000 Franken unterschritten wurde.

Tramhalle

Gemeindepräsident Roland Frutiger informierte über den Stand der Tramhalle: «Wir wollen die Tramhalle künftig der Bevölkerung wieder kostengünstig zur Verfügung stellen.» Sei dies für Ausstellungen oder als Ubersitz-Beiz. Auch die Organisatoren des für Juni 2019 geplanten Volkstheaterfestivals möchten die Auftritte am liebsten in der Tramhalle durchführen, dafür wäre aber ein Umbau notwendig. «Wenn wir sowieso renovieren müssen, dann recht­zeitig auf den Start des Volkstheaterfestivals», so Frutiger.

Erste Abklärungen seien im Gange, ein Kostenvoranschlag solle erstellt werden. Frutiger: «Ich kann mir auch eine Etappierung des Baus vorstellen.» Das Projekt solle noch dieses Jahr den Stimmbürgern vorgelegt werden, damit eine erste Etappe aufs Festival hin realisiert werden könne.

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