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14 Näherinnen ohne Arbeit

FrutigenAm kommenden Montag ist das Nähatelier definitiv am Ende – 14 Näherinnen stehen ohne Job da. Während die Gewerkschaft Unia die Betreiberfirma mit schweren Vorwürfen eindeckt, ist die Gemeinde Frutigen überzeugt, dass das Atelier nicht weiter bewirtschaftbar wäre.

Jetzt ist es definitiv: Das Nähatelier in Frutigen schliesst Ende Januar seine Tore – für immer. Die Versuche einer vor Weihnachten extra ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe mit Vertretern der Gewerkschaft Unia, der Gemeinde Frutigen und der Belegschaft, den Heimarbeitsbetrieb zu retten, sind gescheitert. Kein Entgegenkommen «Wichtige Kunden wie das Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport haben dem Nähatelier bereits weitere Aufträge zugesichert», zeigt sich Judith Venetz enttäuscht. Die Vertreterin der Unia setzte sich in den letzten Wochen entschlossen für die Weiterführung des Heimarbeitsateliers ein: «Heimarbeit ist in Berg- und Randregionen wie Frutigen von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung. Es wäre aber auch die Bereitschaft des Betreibers notwendig gewesen, um eine Nachfolgelösung zu finden», sagt Venetz. Dieses Entgegenkommen und Kooperation seitens der Swiss Work Mobile AG seien aber nie wirklich gegeben gewesen. Im Gegenteil: «Deren Verwaltungsrat hielt stur an einer Schliessung Ende Januar fest», so Venetz. Und: «Swiss Work Mobile hat auch nie transparent aufgezeigt, wie sie die Subventionierungszahlungen aus Steuergeldern eingesetzt hat.» Nicht mehr bewirtschaftbar Daniel Schlachter, Firmenleiter der in Bern ansässigen Swiss Work Mobile AG, dementiert die neusten, schweren Vorwürfe der Gewerkschaft Unia: «Die Angelegenheit liegt bei unserem Verwaltungsrat. Ich selber äussere mich dazu nicht, ausser, dass wir genügend Zahlen herausgegeben haben.» Samuel Schmid, Frutiger Gemeinderat mit Ressort Land- und Volkswirtschaft, kann die Aussage des Firmenleiters bestätigen: «Wir haben Zahlen gesehen. Genügend Zahlen jedenfalls, um festzustellen, dass das Nähatelier nicht weiter bewirtschaftbar wäre.» Ein von der Gemeinde Frutigen beauftragtes Treuhandbüro habe die finanziellen Verhältnisse genauestens analysiert und sei zum Schluss gekommen, dass die Weiterführung des Heimarbeitsateliers bei weitem nicht rentabel gewesen wäre. «Selbst wenn die Gemeinde den bereits seit sechs Jahren übernommenen Mietzins für das Lokal auch künftig bezahlt hätte, wäre der Betrieb stark defizitär verlaufen», sagt Schmid. Bereits im August vergangenen Jahres hat die Generalversammlung der Swiss Work Mobile AG die Auflösung der Aktiengesellschaft auf Mitte 2011 beschlossen. Gut zwei Monate später, am 25.Oktober, wurden die 14 Teilzeitarbeiterinnen aus heiterem Himmel mit der bevorstehenden Schliessung des Ateliers konfrontiert (wir haben berichtet). Heute ist HauptversammlungDie Ortsgruppe Frutigen-Adelboden der Unia geht an ihrer heutigen Hauptversammlung (ab 19.30 Uhr im Hotel Landhaus Adler) eingehend auf das Thema Nähatelier ein. Dabei werden unter anderen die betroffenen Näherinnen zu Wort kommen. Bruno Petroni>

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