14 von 28 Massnahmen sind umgesetzt

Interlaken

Ohne Gegenstimmen genehmigte der Grosse Gemeinderat von Interlaken die Revision der Uferschutzplanung und eine Anpassung der Ortsplanung an übergeordnetes Recht.

Nach der Mitwirkung wurde die Idee einer Langsamverkehrsverbindung auf der alten Eisenbahnbrücke ob dem Westbahnhof in die Uferschutzplanung aufgenommen.

Nach der Mitwirkung wurde die Idee einer Langsamverkehrsverbindung auf der alten Eisenbahnbrücke ob dem Westbahnhof in die Uferschutzplanung aufgenommen.

(Bild: Sibylle Hunziker)

Bei der Teilrevision der Ortsplanung ging es vor allem um Anpassungen bei Begriffen und Messwesen, die der Kanton harmonisieren will. «Allfällige Umzonungen und alle anderen spannenden Themen folgen erst in der umfassenden Ortsplanungsrevision», sagte Gemeinderätin Sabina Stör. Erwartungsgemäss gab es auch keine Diskussion im GGR.

Eine der wenigen inhaltlichen Neuerungen, die höhere Ersatzabgabe für Parkplätze in der Kernzone, wurde allseits gelobt – allerdings aus Unterschiedlichen Gründen: SP und Grüne erhoffen sich davon den Bau von mehr privaten Parkplätzen und damit eine Entlastung öffentlicher Parkplätze; die FDP meinte ganz im Gegenteil, die Gemeinde bekomme mit der höheren Abgabe die Mittel (und die Verpflichtung) für den Bau öffentlicher Parkpläzte.

Wenig Änderungen

Die zum Teil mit der Ortsplanung verhängte Uferschutzplanung von 1994 wurde revidiert, weil das übergeordnete Gewässerschutzgesetz heute die Ausscheidung von Gewässerräumen mit Nutzungsbeschränkungen fordert. Diese Anpassung gab in Interlaken kaum Probleme auf – wohl auch, weil im dicht überbauten Gebiet spezielle Reduktionsmöglichkeiten bestehen und neue Erkenntnisse aus dem Hochwasserschutz zu berücksichtigen sind. Auf die Festlegung eines Gewässerraumes kann zum Beispiel beim Schifffahrtskanal oder den kleinen Moosgräben verzichtet werden.

«Die Uferschutzlinie wird ein Gegenstand der Orts­planungsrevision.»Sabina Stör, Gemeinderätin

Nicht in Frage gestellt wurde die Uferschutzlinie, erklärte Gemeinderätin Stör. «Die wird ein Gegenstand der Ortsplanungsrevision.» Grösste Änderung ist die Umzonung des erweiterten Englischen Gartens in eine Zone für Freizeit und Sport, eine Anpassung an das vom GGR beschlossene Sanierungs- und Erweiterungsprojekt des historischen Parks.

Offen für Neues

Im Wesentlichen wurden die Massnahmen aus dem alten Realisierungsprogramm beibehalten. Von den ursprünglich 29 Massnahmen sind bisher 14 umgesetzt. Eine – die Aufwertung des Bereichs auf der Nordseite der Beau-Rivage-Brücke – kann nicht realisiert werden und wurde deshalb gestrichen. 14 Massnahmen stehen noch auf dem Programm, darunter auch eine Verbindung vom geplanten Uferweg Därligen-Lütscheren über den Schiffahrtskanal Richtung Weissenau-Neuhaus.

Die seit Jahrzehnten gesperrte Eisenbahnbrücke oberhalb des Bahnhofs Interlaken-West soll umgenutzt werden.

Neu aufgenommen wurde eine Umnutzung der alten, seit Jahrzehnten gesperrten Eisenbahnbrücke oberhalb des Westbahnhofs für den Langsamverkehr – ein Resultat der Mitwirkung, wie verschiedene Parlamentsmitglieder zufrieden feststellten.

Teilstück vorläufig sistiert

Da fast alle Massnahmen dritte Priorität haben, wurde keine präziser geplant. Relativ weit gefasst sind auch die Bestimmungen, die eine Entwicklung der Schiffländten Interlaken West und Ost oder einer allfälligen Umladestation für den Bahnschotter vom Steinbruch Balmholz in der Lütscheren ermöglichen sollen. Projekte dieser Art gehören in die Ortsplanung, oder es braucht separate Verfahren. Dieser zweite Weg wurde auch für den geplanten öffentlichen Aufenthaltsbereich unter dem Goldswilviadukt gewählt, damit ein ordentliches Verfahren mit einer Mitwirkung möglich ist.

Vorläufig sistiert wurde ein Teilstück der Uferschutzplanung zwischen der Staatsschleuse und der Marktgasse. «Die Grundeigentümer haben uns das ungewöhnliche Angebot unterbreitet, den ursprünglich hinter ihren Häusern geplanten Uferweg vor ihren Gärten direkt am Wasser entlang zu führen», erläuterte Sabina Stör. Ein technisches Problem bietet ein denkmalgeschütztes Gebäude direkt am Wasser. Um mit den kantonalen Ämtern abzuklären, ob der Weg zum Teil über das Wasser gehängt werden kann, braucht die Gemeinde nun etwas mehr Zeit. Die beiden revidierten Planungen wurden vom GGR ohne Gegenstimmen genehmigt. Sie unterliegen noch dem fakultativen Referendum.

Berner Oberländer

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