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18 Monate Knast für Vergewaltigung

Ein Mann hatte seine Tochter mehrmals vergewaltigt. Dafür verurteilte ihn das Kreisgericht Interlaken zu drei Jahren teilbedingt.

«Der Angeschuldigte hat mit seinen hemmungslosen Taten das Leben seiner Tochter massiv beeinträchtigt», sagte Kreisgerichtspräsident Thomas Zbinden bei der gestrigen Urteilseröffnung. Das Kreisgericht Interlaken-Oberhasli musste sich mit einem Fall von sexuellem Missbrauch beschäftigen. Weil der Anwalt des Opfers beantragt hatte, die Öffentlichkeit auszuschliessen, fand die Verhandlung gestern und vorgestern hinter verschlossenen Türen statt. Laut Anklage hatte der Mann 2001 seine damals 17-jährige Tochter Dutzende Male vergewaltigt, geschändet und sexuell genötigt. Weiter wurden ihm mehrere Strassenverkehrsdelikte vorgeworfen. Massive Übergriffe Nachdem der Angeschuldigte jahrelang bloss der unbekannte «Zahlvater» war, nahm 2001 seine damals 17-jährige Tochter Kontakt zu ihm auf. Schon bald entwickelte sich eine nahe Beziehung zwischen den beiden. Mit der Zeit überschritt der Vater jedoch erste Grenzen. Daraus entwickelten sich später massive sexuelle Übergriffe. «Die familiäre und emotionale Abhängigkeit führte dazu, dass das Opfer diese Übergriffe erst viele Jahre später anzeigte», so Zbinden. Weil der Täter die Vorwürfe vehement bestritt, musste das Gericht die Aussagen des Opfers untersuchen. Es erachtete die Schilderungen der Frau als glaubhaft. Auch die Tatsache, dass sie ihren Vater teilweise entlastet hatte, spricht laut Zbinden für ihre Glaubwürdigkeit. «So hat sie immer auch zugegeben, dass sie den Kontakt zu ihrem Vater trotz der Übergriffe weiterhin gesucht hatte», erklärte er. «Verdrängt und verzerrt» Die Strategie der Verteidigung zielte darauf ab, Unstimmigkeiten in den Aussagen der jungen Frau herauszustreichen. Das Gericht fand aber eine Erklärung für diese Unstimmigkeiten: «Es ist oft so, dass Opfer von Sexualdelikten mit den Jahren manche Ereignisse verdrängen, verzerren und vermischen», so Zbinden. Schuldspruch Das Kreisgericht verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren, 18 Monate davon unbedingt, und einer Busse von 600 Franken. Weiter muss er seiner Tochter 30000 Franken Genugtuung zahlen. «Wir wissen natürlich, dass kein Geldbetrag die Betroffenheit des Opfers tatsächlich ausgleichen kann», räumte Zbinden ein. Nora Scheidegger >

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