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2012 wird für Mühleberg zum Schicksalsjahr

Die BKW erinnert im Moment an eine überforderte Feuerwehrequipe, die in einem brennenden Haus auf Löscheinsatz ist. Kaum hat sie in einem Zimmer den Brand unter Kontrolle, bricht im Zimmer nebenan das Feuer aus. Fast gleichzeitig geht zudem im oberen Stockwerk der Brandalarm los. Dieses Bild passt zur momentanen Situation im AKW Mühleberg: Die Betreiberin BKW kann nur noch reagieren, weil sie mit immer neuen Forderungen der Atomaufsicht konfrontiert wird. Das wurde auch gestern wieder deutlich. Die Atomaufsicht Ensi forderte die BKW auf, bis Ende Januar nachzuweisen, dass der Wohlensee-Staudamm erdbebensicher ist. Die Frist bis Ende Januar ist äusserst knapp bemessen, die Spezialisten müssen alles andere liegen lassen, um den Termin einhalten zu können. Und in diesem Stil wird es weitergehen: Wenn die AKW-Experten der EU die Schweizer Resultate des EU-Stresstests überprüfen, werden sie voraussichtlich weitere Nachrüstungen fordern. Von solchen Forderungen ist Mühleberg naturgemäss fast immer betroffen, weil es nach Beznau 1 und 2 das älteste Atomkraftwerk der Schweiz ist. Das alles zeigt: Will die BKW am AKW Mühleberg festhalten, muss sie sich nach der Decke strecken. Es wird ein Kraftakt werden, sowohl finanziell wie auch personell. Der Ausgang ist ungewiss. Es ist zumindest nicht auszuschliessen, dass die Anstrengungen umsonst sein werden. Denn dass Mühleberg vorzeitig vom Netz genommen wird, ist weiterhin ein Szenario, mit dem sich die BKW auseinandersetzen muss. Wegweisende Entscheide werden dieses Jahr fallen. Das Ensi wird in den nächsten Monaten entscheiden, ob Mühleberg erdbebensicher ist und ob die Risse im Kernmantel ein ernstes Problem sind. 2012 wird für die BKW und das AKW Mühleberg zum Schicksalsjahr. Mail: philippe.mueller@bernerzeitung.ch Diskussion: blog.bernerzeitung.ch/leserblog>

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