7 von 20 Jugendlichen erhielten Alkohol

Adelboden

Die Resultate der Alkoholtestkäufe während des diesjährigen Skiweltcups bewegen die Behörden zum Handeln.

An den Bars im Adelbodner Weltcupdörfli wurden Alkoholtestkäufe durchgeführt. <br><em>(Symbolbild/Christian Pfander)</em>

An den Bars im Adelbodner Weltcupdörfli wurden Alkoholtestkäufe durchgeführt.
(Symbolbild/Christian Pfander)

Während des diesjährigen Skiweltcups in Adelboden führte das Blaue Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg Alkoholtestkäufe durch. Im Auftrag von Cool and Clean, dem nationalen Präventionsprogramm von Swiss Olympic und der Gemeinde Adelboden wurden je zehn Tests auf dem Weltcupgelände und im Dorf vorgenommen. Dreizehn Verkaufsstellen befolgten die geltenden Jugendschutzbestimmungen. In sieben Fällen – das entspricht 35 Prozent – wurde auf eine Ausweiskontrolle verzichtet und den jugendlichen Testpersonen Alkohol abgegeben. Die fehlbaren Betriebe werden vom Regierungsstatthalteramt zum rechtlichen Gehör eingeladen.

Laut Micha Suter, Leiter Jugendschutz des Blauen Kreuzes, ist das unbefriedigende Resultat an einer Debriefing-Sitzung mit allen involvierten und verantwortlichen Personen nachbesprochen worden. Die zuständige Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises Frutigen-Niedersimmental, Ariane Nottaris, stellt fest: «Wir verzeichneten das schlechteste Ergebnis der letzten fünf Jahre.» Entsprechend fordert sie von den für die Betriebe verantwortlichen Personen Verbesserungsmassnahmen.

Künftig bessere Prävention

Weltcuppräsident Peter Willen stellt auf Anfrage fest, «dass es sich bei den kontrollierten Betrieben hauptsächlich um uns nicht unterstellte Betriebe handelt». Martin Bühlmann, Chef Gastronomie der Weltcuprennen Adelboden, bestätigt dies: «Einzelne der betroffenen Verkaufsstellen waren von uns, die meisten aber sind unabhängige Betriebe.»

Zur besseren künftigen Prävention will das OK bereits im Herbst in Zusammenarbeit mit dem Blauen Kreuz und dem Regierungsstatthalteramt eine Schulung des Verkaufspersonals veranstalten, an der auf die Wichtigkeit des Themas hingewiesen wird. «Es wurde in dieser Hinsicht schon einiges getan. So weist unser Jugendkonzept auf die geeigneten Massnahmen hin, und Hilfsmittel wie Altersrechner und das Bändelisystem 16–18 helfen dem Verkaufspersonal auch bei der Beurteilung des Mindestalters», so Bühlmann.

Als Massnahme beschlossen alle Beteiligten des Debriefings, die Standbetreiber und Cheffunktionäre des Skiweltcups im Bereich Jugendschutz zu schulen. Grossrätin Christine Grogg, Präsidentin des Blauen Kreuzes Bern-Solothurn-Freiburg, begrüsst den Vorschlag. Die Jugendschutzschulung finde vor der nächsten Durchführung des Events voraussichtlich im November statt und werde vom Blauen Kreuz und von der Kriminalprävention Oberland der Kantonspolizei Bern durchgeführt. Cool and Clean steht hinter dem Vorhaben und beteiligt sich finanziell.

Auch an den Lauberhornrennen vor gut fünf Wochen wurden bereits zum neunten Mal in Folge Alkoholtestkäufe durchgeführt. Mit positivem Fazit: An zehn Verkaufsstellen sind die jugendlichen Testkäufer abgeblitzt.

Berner Oberländer

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