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97. Minute: Schuss von Vinkovic ins Glück

2.-liga-fussballInterlaken stand gegen Wabern Sekunden vor dem Abstieg. Doch der Einwechselspieler Marin Vinkovic sorgte in der 97.Minute (!) mit einem beherzten Weitschuss doch noch für das 1:0 und für den Ligaerhalt.

Es lief bereits die 7. (!) Minute der Nachspielzeit. Interlaken versuchte verzweifelt, aus dem 0:0 doch noch ein 1:0 zu machen. Aus Schönbühl wurde gemeldet, dass der andere gefährdete Verein Belp 0:2 im Rückstand liegt. Bei diesen Spielständen wäre der FC Interlaken abgestiegen. «Das ist gegessen, Interlaken steigt ab», hörte man auf dem Sportplatz Lanzenen die enttäuschten Zuschauer am Spielfeldrand sagen. Doch wie aus heiterem Himmel fiel doch noch das 1:0: Es waren genau 96 Minuten und 21 Sekunden gespielt, als der eingewechselte Kroate Marin Vinkovic die rund 350 Zuschauer in einen Freudentaumel versetzte. Er hatte mit einem Weitschuss soeben das Siegestor erzielt. Interlaken war gerettet. «Ich dachte nichts, ich habe einfach draufgehauen», verriet der 21-jährige Edeljoker in englischer Sprache. Und wie schon im letzten Jahr in Allmendingen zogen die Oberländer den Kopf in letzter Sekunde aus der Schlinge. Schützenhilfe notwendig Das Team von Trainer Hansruedi Baumann hatte vor dem entscheidenden Match gegen Wabern die schlechtesten Karten gehabt. Den Oberländern nutzte selbst ein Sieg gegen Wabern nichts, falls auch die beiden anderen Abstiegskandidaten Belp (in Schönbühl) und Worb (zu Hause gegen Langnau) gewinnen sollten. Schönbühl machte den Belpern keine Geschenke. Aufsteiger Langnau aber trat in Worb mit einem Rumpfteam an und verlor 0:3. Auch Interlakens Gegner Wabern machte keine Geschenke. Das Team von Trainer René Stritt lieferte den Interlaknern eine Abwehrschlacht. Goalie Rasim Hasic lief zur Höchstform auf und hielt das offensiv inexistente Wabern im Spiel. Hasic musste aber auch mehrmals das Glück in Anspruch nehmen. Es war aus Sicht von Interlaken zum Verzweifeln, der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Zudem renkte sich Innenverteidiger Stefan Joost die Schulter aus und musste nach längerer Pflege augewechselt werden. Er wurde durch Zef Nushi ersetzt, der in der 74.Minute mit einem brutalen Foul des ebenfalls eingewechselten Ismar Mucic von den Beinen geholt wurde. Der Schiedsrichter zeigte Mucic die Rote Karte. Auch mit zehn Mann hielten die Berner Vorörtler dagegen. «Wir rechneten damit, dass Interlaken gegen Schluss aufmachen wird und wir dann zu einem Kontertreffer kommen würden», sagte Trainer René Stritt nach der 0:1-Niederlage. Auf der Gegenseite war Baumann die Erleichterung anzusehen. «Ich stand knapp vor dem ersten Abstieg in meiner Trainerkarriere. Dass das noch so eine Wende genommen hat, ist genial», sagte der abtretende Coach. Er könne nun das Traineramt beim FC Spiez mit besserem Gewissen antreten. «Ich habe immer gesagt, im Fussball gleichen sich Glück und Pech aus.» Auch Markus Aeschbacher, der in der neuen Saison die Baumann-Nachfolge antreten wird, freute sich über den Ligaerhalt. «Glück gehabt, aber vom Kampf her gesehen eine grossartige Leistung meiner zukünftigen Spieler», lobte Aeschbacher. Im Sommer 2005 hatte man noch andere Emotionen erlebt: Der FC Interlaken musste in allerletzter Sekunde in die 3.Liga absteigen, weil er gegen den gleichen Gegner (!) in der Nachspielzeit noch das 1:1 kassierte. Peter Russenberger>

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