Abenteuerrennen endet mit zwei Siegern

Chrigel Maurer und Patrick von Känel gewinnen die 2. Eigertour Seite an Seite und ex aequo. Der junge Sigriswiler Hanes Kämpf siegt in der Challengeklasse.

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Das viertägige Gleitschirm-Biwakrennen Eigertour ging am Samstag um 17 Uhr zu Ende. Es war ein wesentlich härteres Rennen als die Première vom letzten Jahr: Obwohl die Strecke mit 180 Kilometern Luftlinie gut 20 Kilometer kürzer war, beendeten die gemeinsam an der Spitze liegenden Christian «Chrigel» Maurer (Vorjahressieger) und Patrick von Känel die 13 Berghütten umfassende Tour zwischen Sustenpass und der Lenk «erst» am Freitagmittag, nach dreieinhalb Wettkampftagen. Nach einer 22-stündigen Pause in der Bäregghütte sammelten sie auf der Zusatzrunde am Samstag noch fünf weitere Hüttenpunkte.

22 Stunden Timeout

Nach Erreichen der Bäregg (1775 m) entschlossen sich Maurer und von Känel, vorläufig dort zu bleiben: «Ich wurde während des X-Alps so oft verregnet, ich will das jetzt nicht mehr», sagte ein sichtlich müder Chrigel Maurer im Hinblick auf die nahenden Gewitter: «Entweder brauch ich jetzt einen starken Kaffee, oder ein Kissen.» Tatsächlich vereinbarten die beiden Führenden der Profiklasse eiinen Nichtangriffspakt, richteten sich in der Bäregg gemütlich ein, duschten, hingen ab, verfolgten das Rennen im Livetracking (Internet) und genossen den leckeren Bäreggkuchen. «Eine Art abgeänderter Haslikuchen», wie Bäregg-Pächter Heiri Büchler ergänzte.

Patrick von Känel kam abends aus dem tiefenentspannten Gähnen nicht mehr heraus, beiden waren die Strapazen der letzten drei Tage deutlich anzusehen. «Eh ja, immerhin haben wir fast 10'000 Höhenmeter Aufstieg hinter uns; allein am Donnerstag über 4500», lieferte Chrigel Maurer auch den glaubhaften Grund dafür. Am Abend erreichte auch Sepp Inniger als Dritter die Bäregg - und ein knapp halbes Dutzend weitererer Piloten der Challengekategorie. Die nächtlichen Sturmwinde hörten sich für die sportlichen Bäregg-Gäste schliesslich wie ein wohltuendes Meeresrauschen an.

Wenn die Dohlen fliegen....

Wie der Freitag aufgehört hat, so begann auch der Samstag: Erstmal Ausschlafen war angesagt. Mit weiteren eintreffenden Eigertour-Gladiatoren vergrösserte sich die Runde am Frühstückstisch schnell mal auf zwölf Mann. Der erste, den es nicht mehr auf der Bank hielt, war Hanes Kämpf.

Der deutlich Führende der Challengeklasse versuchte sein Glück für einen Flug zur Glecksteinhütte, beobachtet von vielen neugierigen und gespannten Augen aus der gemütlichen Gaststube. Als sich zwei Stunden später die Nebel lichteten, die Dohlen Thermik zu fliegen begannen und der Aufwind einsetzte, ging es plötzlich sehr schnell. Die genannten zwei Pro-Führenden beendeten ihren 22-stündigen «Sitzstreik», und ihnen folgend befanden sich binnen weniger Minuten alle in der Luft.

Seite an Seite durch den Zielbogen

Patrick von Känel und Chrigel Maurer flogen in die Zusatzrunde via Schiltalp- und Lobhornhütte, um weitere Hüttenpunkte zu sammeln. Mal diktierte dieser das Tempo, mal jener. Und so erreichten die beiden nach dem Ausflug nach Westen die Glecksteinhütte und als letzte und 18. nochmals die Bäregghütte wiederum gemeinsam und fliegend.

Auch den finalen kurzen Abgleiter nach Grindelwald Grund und die letzten paar hundert Meter zum Torbogen im Dorf von Grindelwald bewältigten die beiden gemeinsam und brachten damit Rennleiter Michael Witschi in ein Dilemma: «Ich sagte den Jungs schon vor dem Rennen, dass es keine zwei Erstklassierten geben wird». Schliesslich rief der Organisator dann doch beide als gemeinsame Sieger aus. Sepp Inniger wurde Dritter. Mit dem Interlakner Lucien Caviezel klassierte sich ein weiterer Berner Oberländer in den Top Sechs.

In der Challenge-Kategorie war der Sieg von Hanes Kämpf längst klar und ungefährdet. Zweiter wurde René Mühlemann (Matten) vor dem Meiringer Lars Meerstetter, Vierter der Mattner Florian Textor.

Infos: www.eigertour.rocks

Berner Oberländer

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